Erwachsen werden, Tag 1, Dritter Versuch

Nach der gestrigen Eskapade heute keine einzige Zigarette geraucht und nur beim Handball ein Bier getrunken. Ein guter Start. Ehrlich gesagt ist es mir auch etwas schwer gefallen, nicht körperlich, da machen die Tabletten ganze gute Arbeit, sondern eher psychisch. Es sind die bestimmten, ritualisierten Situationen in denen ich früher (sic!) geraucht hätte, nun aber gegen diesen Drang ankämpfen muss. Zum Glück dauern diese Stressmomente nur wenige Minuten.

Erwachsen werden, Tag 1, Zweiter Versuch

Hat das Gespräch mit meiner Ärztin gestern nichts gebracht? Oder hat sie Recht damit, als sie meinte, es würde bei mir mit der Psyche zusammenhängen und deshalb eine Psychotherapie angeraten wäre? Sie hat mir sogar einen Überweisungsschein (Depression, neurotische Störung und Somatisierung) mitgegeben und mir dringend angeraten diese weiterführende Beratung in Anspruch zu nehmen. Hab mich aber bis jetzt noch nicht getraut.

Auch musste am ersten Tag als ich bei ihr war einen Lungenfunktionstest, EKG und Bluttest machen. Erstere waren in Ordnung, der Bluttest fiel allerdings katastrophal aus. Zu viel Leukozyten (vom Rauchen), ein etwas zu hoher Cholesterinwert (falsche Ernährung) und der zweite Blutfettwert dessen Name ich wieder vergessen habe war extrem hoch (regelmäßiger Alkoholkonsum über längerem Zeitraum). Und was miche ich? Nachdem ich den ganzen Tag wunderbar ohne Zigaretten ausgekommen bin?

Auf dem Treffen der Mitarbeiter meiner Abteilung rauche ich zehn Zigaretten (geschnorrt, nicht mal selbst gekauft) und trinke zwei Bier und drei Sambuca. Mir gings anschließend auf dem Heimweg nicht nur körperlich schlecht.

Erwachsen werden, Tag 1

Da ist man Vierzig geworden, hat alles erreicht, was so erstrebenswert ist (Familie, Kinder, Haus, Job, ohne Geldsorgen etc) und trotzdem ist man nicht zufrieden. “Warum werde ich nicht satt?” sangen schon vor zwanzig Jahren die Toten Hosen. So gehts mir allerdings nicht erst jetzt, sondern schon seit einigen Jahren. Manche würden sagen, typische Midlife-Crisis. Neu ist allerdings, das ich das nun auch körperlich spüre. Nach langer Selbstbeobachtung und auch Selbstkritik war schnell klar – das Rauchen ist mitverantwortlich.

Also hieß es mal wieder aufhören. Ich hatte das ja schon zwei Mal in den letzten zehn Jahren über einen längeren Zeitraum geschafft, mit dem Ergebnis das ich jeweils zehn Kilo zugenommen hatte und mal eben von 70 auf 90 Kilo aufgerüstet hatte. Auch die letzten Monate hatte ich mit Hilfe von Nikotinkaugummi oder Pflaster versucht das Rauchen aufzugeben, das hielt maximal drei Tage am Stück an. Halbherzig braucht man an diese Sache nicht hergehen, man muss es wirklich wollen.

Letzte Woche Montag war ich nun bei meiner ehemaligen Hausärztin in Potsdam zur Nikotinentwöhnungs-Beratung, eine Stunde psychologische Beratung (Kosten: 150 Euro). Sie empfahl mir Tabletten zur Unterstützung, meinte aber auch, die Tabletten allein würden es nicht bringen, der Wille zum Aufhören muss schon da sein.

Die ersten sieben Tage der Einnahme der Tabletten (übrigens nochmal 100 Euro für 4 Wochen) darf und sollte man auch noch weiterrauchen, sich aber einen Ausstiegstermin festlegen. Der war heute. Oder ist heute. Oder sollte er sein. Jedenfalls habe ich heute Morgen die letzte Zigarette der letzten Schachtel geraucht. Schluß! Dann eine Stunde Fahrt zur Arbeit und dann neun Stunden gearbeitet und bin ganz gut ohne Zigaretten ausgekommen. Zum Feierabend mit den Kollegen, wie gewohnt, eine geraucht. Und anschließend mich gescholten, was ich doch für ein Esel bin! Bei der erstbesten Gelegenheit wieder eingeknickt.

Übrigens meinte meine Ärztin bei der Beratung auch noch ich sollte das “Feierabendbier” (mittlerweile sind es ja zwei bei mir) weglassen, Alkohol und Zigaretten sind bei mir miteinander verbunden. Zum Bierchen ein Zigarettchen und so. Habe meinen Bierkonsum reduziert seit letzter Woche, aber eben auch nicht eingestellt. Das sagte ich der Ärztin auch heute beim Folgetermin (kostenlos) und sie fragte mich nur, warum ich beides nicht vollständig eingestellt hätte. So wäre das Scheitern bereits vorprogrammiert. Außerdem sollte ich mich nicht so kindisch benehmen und endlich erwachsen werden!

2013 wird geprüft

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2013 an.

Hier ist ein Auszug:

Die Konzerthalle im Sydney Opernhaus fasst 2.700 Personen. Dieses Blog wurde in 2013 etwa 28.000 mal besucht. Wenn es ein Konzert im Sydney Opernhaus wäre, würde es etwa 10 ausverkaufte Aufführungen benötigen um so viele Besucher zu haben, wie dieses Blog.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Freiheit für die Greenpeace-Aktivisten!

Am 18. September protestierten Greenpeace-Aktivisten, darunter die 24-jährige Gizem, friedlich an der Gazprom-Bohrinsel Prirazlomnaya gegen riskante Ölbohrungen in der Arktis. Ihr Schiff „Arctic Sunrise“ wurde daraufhin von den russischen Behörden beschlagnahmt. Die gesamte Besatzung – 28 Aktivisten und zwei freiberufliche Bildjournalisten – sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Gegen sie wurde Anklage wegen “bandenmäßiger Piraterie” erhoben. Seit dem 23. Oktober sind die Arctic 30 zudem wegen Rowdytums (“hooliganism”) angeklagt, ohne dass die Piraterie-Anklage formell fallengelassen wurde. Den “Arctic 30″ drohen nun mehrere Jahre Haft in russischen Gefängnissen.

Schreiben Sie an den russischen Botschafter in Berlin: Fordern Sie Freiheit für die Besatzung der “Arctic Sunrise” und den Schutz der Arktis.

Hier gehts zur Aktion.