[...] Die Deutsche Post will ihr Serviceangebot in Deutschland weiter ausbauen. Noch in diesem Jahr sollen zu den 17.000 bestehenden Verkaufsstellen 4000 neue hinzukommen. Das kündigte der für das Brief- und Paketgeschäft sowie die Filialen verantwortliche Konzernvorstand Jürgen Gerdes in Berlin an.
Das Netz der 108.000 Briefkästen solle um 2000 zusätzliche Kästen erweitert werden. Zudem werde die Zahl der 2500 Packstationen um 150 steigen. In den kommenden Wochen will das Bonner Unternehmen Gerdes zufolge bundesweit auf potenzielle Partner im Einzelhandel zugehen, um in Geschäften aller Art 4000 zusätzliche Verkaufsstellen für Brief-, Paket- und Einschreibmarken einzurichten. Das sind die am häufigsten verlangten Privatkundenprodukte. Diese Zusammenarbeit mit Einzelhändlern habe sich in den vergangenen Jahren wegen der Nähe zu den Verbrauchern und den handelsüblichen Öffnungszeiten hervorragend bewährt. Auch die Standorte der Briefkästen und der Packstationen werden sich an regionalen Nachfrageschwerpunkten orientieren. [Tagesschau.de]
Kapitalismus pur kann ich da nur sagen. Nachdem in den letzten Jahren/Jahrzehnten die Postfilialen und Briefkästen massiv abgebaut und zahlreiche Mitarbeiter entlassen wurden, wird jetzt wieder aufgestockt und das Ganze als Fortschritt verkauft. Hier ein paar Zahlen zum Vergleich:
[...] Von 1983 bis einschließlich 1995 wurden insgesamt 12 878 Postfilialen geschlossen. Im Gegenzug wurden seit 1993 insgesamt 2 988 fremdbetriebene Postagenturen eingerichtet. [Deutscher Bundestag] Das ist nur der Stand bis 1995, also 15 Jahre her und leider habe ich noch keine weiteren Zahlen gefunden die diesen Zeitraum abdecken, aber mit Sicherheit wurde weiter abgebaut.
Des weiteren wurden zahlreiche Mitarbeiter entlassen bzw in den Vorruhestand versetzt und – wenn überhaupt – durch “preiswerte” Kräfte ersetzt, die nicht unbedingt zum Fachpersonal zu zählen sind. Oder wie im Falle McPaper wurden Bereiche komplett ausgelagert und damit auch die Kostenfaktoren für die Deutsche Post.
Mittlerweile scheint man jedoch bemerkt zu haben dass ungeschultes Personal, schlechte Zustellung und der miserable Service an sich, dem Ruf des Unternehmens mehr geschadet als dem Geldbeutel genutzt haben und versucht durch diese Service-Offensive zu retten was zu retten ist, bevor das Monopol komplett fällt und endlich die Konkurrenz richtig zum Zuge kommen kann.