Mehr als 2000 Filialen wird Schlecker bzw der Insolvenzverwalter in den nächsten Wochen schließen. Trebbin ist zum Glück nicht dabei. Die Schließliste – sortiert nach Bundesländern – gibts hier als PDF.
Archiv für den Monat März 2012
Bomb the Bass – Beat dis (1987)
Mein Song der Woche – einer der ersten Songs, in welchem das Sampling exzessiv genutzt wurde. Ähnlich großartig wie S’Xpress oder MAARS.
Der Schatz auf dem Gipfel
Es sind hervorragende Aussichten: Wer den neuen Turm hoch oben auf dem 103 Meter hohen Löwendorfer Berg erklimmen wird, der kann mit bloßem Auge den Berliner Fernsehturm am Horizont erspähen. Davon ist der Stadtverordnete Michael Baumecker (Neue Liste) aus Löwendorf überzeugt. „Man hat einen kilometerweiten Ausblick“, sagte er am Montag bei der Grundsteinlegung.
Noch haben die Bagger erst eine Baugrube ausgehoben. Darin vergrub Bürgermeister Thomas Berger (CDU) feierlich eine Rolle mit Schätzen für die Nachwelt. Beherzt zur Schaufel griffen auch der Löwendorfer Ortsbürgermeister Arno Liersch, Michael Baumecker und der Leiter des Trebbiner Bauamtes, Klaus-Dieter Huschke. Ein Stadtplan und die Broschüre von Trebbin, die Baugenehmigung, eine aktuelle Märkische Allgemeine und ein Säckchen voll Münzen sollen ein gutes Fundament für den Turm bilden.
„Wir haben lange darum gekämpft“, sagte Berger. Schon vor Jahren hatten die Stadtverordneten Michael Baumecker und der bereits verstorbene Rainer Flach die Idee für den Turm. Sie fanden es schade, dass es an einem der beliebtesten Ausflugsziele in der Region gar keinen Aussichtspunkt mehr gibt. Der ehemalige ist vor Jahren abgebaut worden.
Doch zunächst hing alles am Geld. Im Herbst 2010 wurden endlich die Fördermittel genehmigt. Insgesamt kostet der neue Turm 260 000 Euro, 180 000 Euro werden gefördert. Den Rest übernimmt die Stadt. „Dafür haben sich alle Stadtverordneten ausgesprochen“, sagte Berger. Er bedankte sich auch bei den Löwendorfern, die sich so nachhaltig für das Projekt eingesetzt haben.
Geplant hat den neuen Turm der Trebbiner Ingenieur Roland Wegener. 20 Meter soll der Aussichtspunkt hoch werden. „Auf sieben Geschossen bietet sich ein toller Ausblick“, sagte Wegener. So soll der Turm aus sieben Ebenen bestehen, die jeweils über eine kleine Aussichtsplattform verfügen. Sie sind über eine innen liegende Holztreppe verbunden. Ganz oben soll schließlich eine große Plattform entstehen, auf der rund 40 Personen Platz haben. Ein Dach ist nicht geplant.
Mit den Bauarbeiten ist eine Beelitzer Firma beauftragt. Die Arbeiter legten gestern nach der Grundsteinlegung gleich los. Am 30. April soll der Turm stehen.
„Ein Höhepunkt wird der Deutsche Wandertag“, sagte Berger. Das Großereignis vom 20. bis 25. Juni soll Wanderbegeisterte aus der ganzen Republik in den Fläming und auch auf den Hans-Clauert-Wanderweg locken, auf dessen Strecke der Turm liegt. „Bis dahin sollte das Bauwerk wirklich fertig sein, sonst stehen 80 000 Wanderer um die Baustelle“, scherzte Berger. (Von Aglaja Adam – MAZ)
Komm, o Tod, du Schlafes Bruder
Gestern habe ich meinen Hund Teddy beerdigt. Er liegt nun im Garten, neben der Pfingstrose und dem Zaun zu den Nachbarn, welche letztes Jahr ebenfalls ihren Hund verloren haben. Vier Wochen vor seinem 15. Geburtstag musste er leider eingeschläfert werden, nachdem er seit einer Woche sich nur noch mühsam bewegt hat, ständig überall unter sich machte und seit zwei Tagen nichts mehr fraß. War er draußen, buddelte er mehrere Löcher, suchte sich eine ruhige Ecke und lag nur noch da. Jetzt finde ich keine weiteren Worte. Ich werde ihn vermissen.
Schuster bleib bei deinen Leisten
Ich hatte mich auf das neue Buch von Michael Winterhoff – “Lasst Kinder wieder Kinder sein. Oder: Die Rückkehr zur Intuition” – gefreut, da mich das Thema sehr interessiert. Gelesen hatte ich vom Autoren, einem Kinderpsychologen, bis dato noch nichts. Und werde ich auch nicht mehr. Schuster bleib bei deinen Leisten! Denn wissenschaftlich und analytisch schreiben kann er leider nicht. Um es auf einen Nenner zu bringen: Das Buch war die Mühe und die Zeit nicht wert gelesen zu werden. Meine erste Enttäuschung also bei Blog dein Buch.
In seinem neuen Buch wendet sich der erfahrene Kinder- und Jugendpsychiater und Bestsellerautor Michael Winterhoff den Erwachsenen zu und fragt, warum es für immer mehr Erwachsene nicht mehr möglich ist, eine angemessene, von unbewussten Belastungen freie Beziehung zu anderen Menschen – und damit auch zu (ihren) Kindern – aufzubauen.
Für Winterhoff liegt das Kernproblem darin, dass der Mensch seine innere Ruhe verloren hat. Die allgegenwärtige Penetration mit Negativnachrichten – verbunden mit einer vielfachen persönlichen Überforderung durch gesellschaftliche und technische Entwicklungen sowie einer Destabilisierung der eigenen Lebensverhältnisse – erzeugt eine Art Massentraumatisierung: Der Mensch wird rastlos, handelt nicht mehr ruhig und zielgerichtet, findet keinen Weg mehr aus dem sich ständig beschleunigenden Hamsterrad. Psychisch defizitäre, auf Dauer gehetzte Menschen aber werden die Grundpfeiler unseres Zusammenlebens nicht mehr tragen können. Dabei zerstört Winterhoff zwar das Trugbild einer grenzenlosen Freiheit, in der wir uns heute wähnen, weist aber auch Wege aus dem Dilemma auf.
Aus seiner Analyse heraus entwickelt er Alternativen, die eine Rückkehr zum intuitiven Verhalten ermöglichen – auch und vor allem gegenüber unseren Kindern, damit Kinder endlich wieder Kinder sein dürfen.
Und das stimmt einfach nicht, denn analytisch ist das Buch überhaupt nicht und Alternativen wie man zu einem ausgeglichenen Selbst findet sucht man vergeblich. Und zum Titel – nochmal zur Erinnerung, es geht um den Umgang mit Kindern -, der hat leider überhaupt nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun. Ganze geschätzte zehn Seiten des dünnen Büchleins (nicht mal 200 Seiten) beschäftigen sich wirklich mit Kindern. Hinzu kommen nervige Beispiele aus dem angeblichen Alltag des Autoren und ständige Wiederholungen. Nur weil man etwas ständig wiederholt muss es noch lange nicht stimmen. Größtenteils kam es mir so vor, als würde ich eine gestreckte Diplomarbeit lesen, so ist auch übrigens der Schreibstil. Eine wissenschaftliche Arbeit sieht anders aus. Aber nun gut, nicht jeder Psychologe kann schreiben.
Gibt es etwas Positives? Nun ja, vielleicht sollte man Michael Winterhoff zu Gute halten, dass er ein wichtiges Thema anspricht. Das der zwanglose Umgang mit Kindern wirklich in den letzten Jahren (Jahrzehnten) teilweise schizophrene Züge angenommen hat. Stichwort: Helikopter-Eltern. Also Eltern, die in Sorge um das Wohl ihres Kindes dieses ständig beaufsichtigen und sämtliche reale und vermeindliche Gefahren aus dem Weg räumen. Und dabei leider vergessen, dass Kinder nur durch selbst gesammelte Erfahrungen später zu sozialen und reifen Erwachsenen werden können. Hier ist der Ansatz richtig, dass sich Eltern einen Ruhepol suchen müssen, um selbst ausgeglichen und gelassen mit den Problemen unserer Zeit umgehen zu können. Und somit ein Vorbild für das Kind sind.
Wer das Buch trotzdem oder gerade deshalb mal lesen möchte, bitte bei mir melden. Gegen 1,80 Euro Versandkosten vershcicke ich gerne mein Rezensionsexemplar. Weitere und interessantere Bücher gibts beim Gütersloher Verlagshaus (gehört zur Random Gruppe).
Apparat – Goodbye (2011)
Meine erste musikalische Begegnung mit Sascha Ring alias Apparat hatte ich 2007 mit seinem Album “Walls”, wunderbare Techno- und Electronic-Melodien. Mit seinem neuen Album “The Devil’s Walk” (veröffentlicht auf Mute) werden die Töne etwas ruhiger und athmosphärischer, teilweise erinnert es mich auch an Trent Reznor’s Soundtracks. Trotzdem – oder gerade deshalb – sehr gelungen.
Apparat’s “Goodbye” – unterlegt mit Bildern aus Fritz Lang’s “Spione”.
