Pater Spee – Anwalt der Hexen

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„Mein liebes Teutschland gebiert Hexen in der Nacht und verbrennt Menschen am Tage.“

Peter Spee tritt gegen die Folter ein und prangert die Freveltaten der Hexenbrenner an. Doch durch seine kompromisslose Haltung bringt er auch seine Glaubensbrüder und die Mächtigen des Jesuitenordens gegen sich auf und kann nur knapp einem Mordanschlag entgehen.

Ein historischer Roman über einen der bedeutendsten Kritiker der Hexenprozesse: „Wer meint, unter der Folter etwas anderes zu hören als den Schrei gepeinigten Fleisches, der kennt weder Menschennatur noch die Gebote des Herrn. Geständnisse unter Feuer, mit Strick oder Wasser erpresst, sind ein großer Lug und ein schrecklicher Trug.“

Claus-Peter Lieckfeld, geboren 1948 und aufgewachsen in der Lüneburger Heide, ist Gründungsmitglied von Horst Sterns Umweltmagazin natur. Als freier Autor war er u.a. für das SZ-Magazin, GEO, Merian, Die Zeit und Die Woche tätig. Außerdem schrieb er Texte für Kabarett-Programme, u.a. für Scheibenwischer und für die Münchner Lach- und Schießgesellschaft. [Klappentext]

Zu allererst muss ich erwähnen, dass ich mich bei der Bestellung bei Blog dein Buch vertan habe, denn ich staunte nicht schlecht als ich ein eBook erhielt. Leider bin ich nämlich überhaupt nicht der Typ für eBooks sondern eher der klassische Typ, der Bücher fühlen und riechen will. Dementsprechend unmotiviert war ich auch das eBook zu lesen. Schließlich konvertierte ich das dann doch, installierte es auf dem K*** und startete das Buch auf dem Weg zur Arbeit.

Ich war überrascht. Der historische Roman (im DotBooks-Verlag erschienen) liest sich sehr flüssig, auch wenn die teilweise recht langen frommen Predigten des Paters stören. Allerdings bin ich auch eher ein religionsfeindlicher Mensch und von daher nicht weiter verwunderlich das ich auf dieses Geschwafel allergisch reagiere. In diesen Roman passt es natürlich. Sehr gut fand ich die Einbettung alter Begriffe (nicht nur lateinische sondern auch deutsche), die vielleicht nicht jedermanns Sache sind, da etwas Wissen der mittelalterlichen deutschen Sprache nicht schelcht wäre. Allerdings nehmend iese Begriffe aber auch nicht überhand, so dass man diese auch überlesen kann. Ein witziges Gimmick sind die Kapitelüberschriften, welche in Form mittelalterlicher Buchtitel abgefasst sind.

Sehr spannend und lesenswert fand ich den Weg und die Abenteuer des Till Rothmann, der aus Peine vor den Progromen durch die Katholiken quer durch Norddeutschland flüchtet, sich den Schweden anschliesst und – wieder quer durch Deutschland reisend – für die protestantische Sache kämpft. Ein zweiter Handlungsstrang ist die vom Protestanten Kern, der seine Leute aus Peine zu einer befreundeten Burg bringt und für seinen Glauben stirbt.

Die Geschichte von Spee ist historisch belegt und führt den Leser als dritten Handlungsstrang durch den Roman. Hier wird der religiöse Eifer des Katholiken, der beginnende Zweifel an der Sache und schließlich die Auseinandersetzung mit seinen Glaubensbrüdern geschildert. Spee verstand sich nicht als Luther, der die Kirche reformieren wollte, sondern er prangerte nur die Gewalt der Kirche an, die in Form der Hexenprozesse ihr häßlichstes Gesicht zeigte. Dafür wurde er von seinen eigenen Brüdern diffamiert und auch offen angefeindet, selbst vor einem Mordanschlag schreckte man nicht zurück. Letztendlich konnten sich seine humanistischen Vorstellungen – die er selbst nicht als solche verstand – durchsetzen und die Hexenprozesse wurden abgeschafft.

Für Fans des historischen Romans, die sich vor allem für das dunkle Mittelalter – welches gar nicht so dunkel war – interessieren ist das Buch empfehlenswert.

Rezept für ein Zwiebeleis

Was für uns Mitteleuropäer etwas ungewöhnlich klingt ist in der kantabrischen Küche Tradition – das Zwiebeleis. Wer es mal ausprobieren möchte:

Wir benötigen 500 g weiße Zwiebeln und 100 g Trauebenzucker. Die gehäuteten Zwiebeln werden in Wasser weich gekocht. Dann herausnehmen und zusammen mit dem Traubenzucker im Mixer sehr fein pürieren. In eine Eisschale füllen und im Gefrierfach mindestens 2 Stunden gefrieren.

Wohl bekomm’s!

Der Zahn wird Einem gezogen

Zwischen Weihnachten und Silvester klagte ich erneut über starke Zahnschmerzen bis hinunter zu den Lymphknoten verbunden mit Problemen beim Kauen. Da half nur ein Gang zur Bereitschaftsärztin, welche sofort eine Wurzelentzündung diagnostizierte und auch gleich eine Vorschlag parat hatte, da der problembehaftete Zahn von einer Krone … gekrönt … war. Sie würde nur ein kleines Loch durch die Krone bohren, so dass sich die Entzündung über diesen Ausgang … äh … entleeren könnte. Anschließend könnte man problemlos das kleine Löchlein wieder zu machen. So weit die Theorie.

Natürlich kam es anders, denn beim Bohren rutschte sie plötzlich ab, es knirschte und knapp zwei Drittel der Krone befanden sich nun gelockert in meiner Mundhöhle. Der Zahn war nun offen und sah aus wie die Insel Santorin aus der Luft (siehe Foto). Die gute Nachricht: die Schmerzen waren innerhaln weniger Stunden verschwunden. Die schlechte: was wird nun aus dem Zahn?

Bedingt durch Urlaub und Krankehit meines Haus-Zahnarztes plus Unfähigkeit der Bereitschaftsärztin das Röntgenbild weiter zu schicken, vergingen drei Wochen (!), in denen ich mich mit einem offenen Zahn plagen musste (immer schon auf der anderen Seite kauen, regelmäßig Mund ausspülen und bitte nur keine Nüsse essen!) kamen meine Zahnarzt und ich nun endlich zu dem Entschluss: Der Zahn muss raus! Alles andere wäre zu teuer bzw mit zu hohen Risiken (bis hin zur Gesichtslähmung) verbunden.

Letzten Donnerstag war es nun so weit und der Zahn wurde mir nach Ruhigstellung durch vier Spritzen endlich gezogen. Seitdem heißt es jeden Tag zum Zahnarzt und Drainage erneuern (der Kieferknochen ist zu sehen – puh!) und morgen gehts nach dem morgendlichen Zahnarztbesuch wieder zur Arbeit nach vier Tagen. Leider haben seit heute Mittag die Schmerzen wieder zugenommen und nach einer Visite ist ein kleiner spitzer Knochen an der Stelle zu sehen wo vorher der Zahn war. Ist das normal? Oder hat der Zahnarzt was übersehen?

In den dunklen und blutigen Gründen

[...] Es wird wieder einmal richtig spannend in den beiden hier enthaltenen Wildwestgeschichten aus Mays früher Schaffenszeit. “Im fernen Westen” und “Der Fürst der Bleichgesichter” bieten alles, was zu einem richtigen May gehört: mutige Helden des alten Westens und ihre finsteren Gegenspieler, abenteuerliche Verfolgungen und Kämpfe, List und Gegenlist, nicht zu vergessen eine gute Portion Humor – und das alles eingebettet in das großartige Panorama der Prärien und Felsengebirge.

Die Titelgeschichte ist eine weitere Variante der Old-Firehand-Story aus “Winnetou II”, die zweite Erzählung “Der Fürst der Bleichgesichter” aus dem Kolportageroman “Deutsche Herzen, Deutsche Helden” wurde in dieser Form in den Gesammelten Werken bisher so noch nicht veröffentlicht und ist in einer Bearbeitung teilweise in Band 62, “Im Tal des Todes”, zu finden. Kommentare und Nachworte von Christoph F. Lorenz ordnen die Geschichten auf ebenso kenntnisreiche wie unterhaltsame Art und Weise in Mays Gesamtwerk ein. [Beschreibung und Buchbestellung unter Karl May Verlag]

Als ich bei Blog Dein Buch das Angebot sah, ein neues Karl May-Buch kostenlos zu erhalten, war ich als alter Karl-May-Fan sofort begeistert. “Im Fernen Westen” enthält zwei Novellen aus der Frühzeit des Radebeuler Schriftstellers – die Titelgeschichte und “Der Fürst der Bleichgesichter” und führt den Leser in die “dark and bloody grounds”.

Nachdem ich in jungen Jahren die Grünen Bände gern gelesen und auch gesammelt hatte, war ich einige Jahre von May abgekommen und erst vor zwei Jahren wieder auf ihn aufmerksam geworden. Zu oft wiederholten sich die Handlungen in seinen Erzählungen und das lehrhafte, zutiefst religiöse Bekenntnis, verdarben mir oft den Lesespaß. Erst “Ritter und Rebellen” (Band 69, eine historische Erzählung über die brandenburgischen Raubritter) zeigten mir, warum ich früher Karl May so gern gelesen hatte: spannende, fantasievolle Abenteuergeschichten. So sollte man auch “Im Fernen Westen” betrachten. Es zeigt das großartige Talent des jungen Redakteurs (nach seiner Haftstrafe), der sich einen Platz in der sich neu orientierenden deutschen Verlagslandschaft erst noch suchen musste. Entgegen vieler Anderer Autoren seiner Zeit (die größtenteils zu Recht längst vergessen sind) ordnete er sich nie der nationalistischen Strömung oder den wilhelminischen Kriegstreibern unter. Im Gegenteil, mit zunehmendem Alter wurde er mehr und mehr zum Pazifisten und zum Verteidiger unterdrückter Völker, seien es Indianer oder Kurden.

In den beiden Novellen “Im fernen Westen” und “Fürst der Bleichgesichter” merkt man von dieser friedensliebenden, menschenfreundlichen Einstellung allerdings noch nichts. Gerade erstere Geschichte ist für mich die blutigste, die ich bisher von May gelesen habe. Da gibt es einen skalpierenden, noch sehr “wilden” Winnetou, einen zynischen, indianerhassenden Sam Hawkens, und am Ende – nach einem blutigen Gemetzel – sterben sogar drei wichtige Personen (u.a. Old Firehand). Das gabs noch nie. Und gerade das macht auch den Reiz dieser Erzählung aus, bringt Frische wo May später wohl eher schwülstige Dialoge über Religion und Menschenliebe eingebaut hätte.

Auch in “Fürst der Bleichgesichter” erlebt man diese Frische und die Lust, die May beim Schreiben gehabt haben muss. Auch tauchen hier die Personen auf, welche May später zu Weltruhm verhelfen sollten, wenn auch noch in ihrer Rohfassung und unter anderen Namen: Starke Hand (deutlich ist hier bereits der spätere Winnetou zu erkennen), der riesenstarke und scheinbar allwissende Oskar Steinbach (Old Shatterhand) und der witzige Mentor des “Greenhorns” Sam Barth (Sam Hawkens).

Trotz einiger Ungereimtheiten in der Handlung und kurzer scheinbar in großer Hast geschriebener Passagen hatte ich insgesamt betrachtet schon lange nicht mehr so viel Lesespaß. Liebhaber klassischer Abenteuerliteratur kann ich den Band 89 des Karl May-Verlages nur wärmstens empfehlen, und den wenigen die May noch nicht gelesen haben wäre das Buch ein guter Einstieg.

Vater vom kleinen Maulwurf gestorben

Im Alter von 90 Jahren ist gestern Zdenek Miler, der Erfinder des kleinen Maulwurf, gestorben.

[...] Miler entwickelte etwa 70 Filme. In ungefähr 50 von ihnen spielt seine bekannteste Figur, der kleine Maulwurf, die Hauptrolle. Die Idee dazu kam ihm, als er 1956 den Auftrag bekam, eine Geschichte für Kinder zu verfilmen. Da ihm das Drehbuch nicht gefiel und er sehr stark von Walt-Disney-Filmen beeinflusst war, suchte er nach einem Tier, welches die Leitfigur in dem Film übernehmen könnte. Später sagte er, dass er bei einem Spaziergang über einen Maulwurfshügel stolperte und ihm dadurch die Idee kam, den Maulwurf als seine Figur zu verwenden. 1957 entstand dann auch der erste Film Wie der Maulwurf zu seiner Hose kam (Jak krtek ke kalhotkám přišel), der einen Silbernen Löwen in Venedig gewann. Anfangs hat der Maulwurf noch gesprochen. Da Miler aber wollte, dass sein Maulwurf überall in der Welt verstanden wurde, verlieh er ihm später nur noch kurze Ausrufe, um seine Gefühle auszudrücken. Dabei verwendete er die Stimmen seiner Töchter. Diese waren es auch, die die Filme zuerst zu sehen bekamen. So konnte Miler sehen, ob seine Geschichten auch bei den Kindern ankamen.  Wie sehr Miler sich mit dem Maulwurf identifizierte, kann man an einem Zitat ablesen: „Ich brauchte lange, es zu begreifen, aber wenn ich Krtek zeichne, dann zeichne ich mich selbst.“

Gleich von Beginn an war der Maulwurf in der Tschechoslowakei ein großer Erfolg und heute ist der Maulwurf in über 80 Ländern zu sehen. Die Sendung mit der Maus sendet seit 1972 regelmäßig Folgen vom Maulwurf. [Wikipedia]

Hier der allererste Film von 1957: Wie der Maulwurf zu seiner Hose kam.

 

Eine dunkle und GRIMMige Geschichte. Kindgerechter Horror?

Bereits vor einigen Monaten hatte mich die Rezitante auf das Online-Projekt Blogg dein Buch! aufmerksam gemacht und neugierig wie ich bin meldete ich mich dort an. Es geht darum Bücher, welche dort von den Verlagen angeboten werden zu rezensieren. Dafür kann man das Buch, welches man vorher kostenlos zugesandt bekommt, behalten. Leider waren beim ersten Stöbern keine für mich interessanten Bücher vorhanden bzw waren diese an keiner Aktion beteiligt. Doch nun endlich war ich fündig geworden. Das Cover von Adam Gidwitz’s „Eine dunkle & Grimmige Geschichte“, erschienen im Verlag arsEdition München, sah sehr interessant und vor allem so wunderbar märchenhaft aus. Versprochen wurde eine Neuinterpretation einige Grimm’scher Märchen, vor allem von „Hänsel und Gretel“. Auch im Buchinnern setzen sich die düsteren Scherenschnitt-Grafiken fort und untermalen die Handlung. Leider bin ich mir auch nach dem Lesen des Buches noch immer nicht sicher für wen das Buch geschrieben wurde: für Kinder, für kindgeblieben Erwachsene?

Das Buch beginnt mit dem Märchen vom treuen Johannes, welches ich leider noch nicht mal im Original kannte, was aber nicht zwingend sein muss, um der Handlung folgen zu können. Als störend empfand ich die häufigen Einsprenksel des Autoren, der hier als allwissender Erzähler immer wieder die Handlung unterbricht, um durch Hinweise, dass die Geschichte jetzt gleich noch blutiger/gruseliger/ekliger wird und die kleineren Kinder nun ins Bett gehen sollten, versucht Spannung aufzubauen. Leider wird dadurch die emotionale Bindung zu den Hauptfiguren gestört, auch erinnerte mich die Erzählweise stark an „Lemony Snicket“.

Der allwissende Erzähler nimmt sich bei den weiteren Kapiteln/Märchen „Hänsel und Gretel“, „Die sieben Schwalben“ (besser bekannt als „Die sieben Raben“), „Bruder und Schwester“ stetig weiter zurück und die Handlung gewinnt nun an Fahrt und die Geschichte wird immer lesenswerter. Richtig gut wird es dann mit „Ein Lächeln rot wie Blut“ (im Original „Der Räuberhauptmann“) und „Die drei goldenen Haare“. Hier gelingt es dem Autor erstmalig mich als erwachsenden und Horror-gewohnten Leser zu fesseln und in eine sehr gruselige und stimmige Atmosphäre zu ziehen. Auch entwickelt sich nun endlich auch so etwas wie Sympathie für die Protagonisten, zumindest für Gretel.

Die letzten drei Kapitel behandeln die Heimkehr von Hänsel und Gretel nach ihrer Odyssee durch die Märchenwelt und ihrem Kampf gegen den Drachen. Ein guter Abschluss für diese dunkle und grimmige Geschichte. Positiv hervorheben möchte ich auch, neben den sehr schönen Illustrationen (hätten ruhig mehr sein können) die Größe der Schrift und die Verarbeitung von Papier und Umschlag. Auch konnte ich keinen Rechtschreibfehler entdecken – was heutzutage leider nicht immer selbstverständlich ist.

Hier gehts zur Buchbestellung direkt beim Verlag.