Auch dieses Spiel beschäftigte mich Anfang der 90er über mehrere Wochen.
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Geißlers Selbstmontage
“Schlichter” Heiner Geißler ist mal wieder gehörig in ein selbstgestelltes Fettnäpfchen getreten und hat anscheinend nicht mal den Schneid das zu zugeben und sich für seine Äußerung vom “totalen Krieg” in Bezug zu Stuttgart 21 zu entschuldigen oder gar sich überhaupt mal zu erklären. Der Deutschlandfunk hat versucht zu ergründen, warum Geißler derart verbal entglitten ist – vergeblich.
Zum Nachhören hab ich das zehnminütige Interview mit dem DLF auf Dropbox hochgeladen.
Wenn Geißler dabei nicht so eine traurige Witzfigur abgeben würde, könnte man darüber lachen.
Einen schönen Kommentar zu der Thematik hat auch die Tagesschau.
Sexuelle Belästigung
Ist es eigentlich schon sexuelle Belästigung, wenn sich in der Bahn eine sehr sehr dicke Frau auf den Nebensitz quetscht, welcher natürlich nicht ausreicht und ihre Massen deshalb auch auf meinen Sitz überquellen und ich, in Ermangelung einer Ausweichmöglichkeit, mit ihren Fettpölsterchen an Po und Oberschenkel sehr intensiv in Kontakt trete?
Ich mag ja so schon nur wenig Körperkontakt, zu Fremden überhaupt nicht, aber das war extrem unangenehm für mich und erforderte eine enorme innerliche Kraftanstrengung, um nicht aufzuspringen und ihr angewidert vor das Schienbein zu treten.
Andererseits hätte ich sie auch einfach fragen können, ob wir jetzt gerade so etwas wie Sex haben.
Und warum müssen so dicke Menschen eigentlich nicht für 2 Sitzplätze bezahlen?
Häh!? Deutsche Bahn streikt, Privatbahn fährt!?
Ich bleibe heute zu Hause. Was bleibt mir auch anderes übrig, da ich in der brandenburgischen Provinz wohne, nach Berlin pendeln muss und mein Zug nur einmal die Stunde fährt – heute aber den ganzen Vormittag über ausfällt! Nein, nein, schon klar, damit will man ein klares Zeichen gegen den Bahn-Vorstand und vor allem gegen die Betreiber der privaten Bahnen setzen. Denn darum geht es doch eigentlich, oder? Wenn ich es richtig verstanden habe, sollen die Gehälter des Lokpersonals der Privatbahnen denen der Deutschen Bahn AG angeglichen werden. So weit so gut, da gehe ich auch ohne Probleme mit.
Nur, warum werden dann wieder die Berufspendler abgestraft, die die Deutsche Bahn nutzen? Und – Achtung! der Knaller schlechthin! – warum fährt dann bitte der Zug von Interconnex zwischen Berlin und Leipzig? Ist das nicht eine Privatbahn die eigentlich bestreikt werden sollte? Für mich ist damit eindeutig klar, das es der GDL nur um Machtspielereien geht und nicht um das Bahnpersonal. Und schon gar nicht um die Leute, welche deren Gehälter bezahlt. Arschlöcher.
Niemand ist berechtigt, sich mir gegenüber so zu benehmen, als kenne er mich. (Robert Walser)
SA 6.48 Uhr SU 18.17 Uhr
MA 8.22 Uhr MU —
Vierzig Martyrer von Sebaste
Hoffnung
Ein lautes “Rumms!” ließ mich die Augen öffnen. Trotz Ohrhörer und den lauten Nebengeräuschen der Regionalbahn war dieses einfache und dennoch furchtbare Geräusch nicht zu überhören gewesen.
Ich sah vor meinen Füßen einen jungen, korpulenten Mann lang ausgestreckt und mit dem Gesicht auf dem Boden liegend. Es war leicht zur Seite geneigt und Rotz lief ihm aus der Nase sowie tropften einige Blutstopfen von seinem Kinn. Für einen kurzen Moment dachte ich er ist tot, doch war er anscheinend nur bewusstlos geworden.
Ich sah mein Gegenüber auf der anderen Seite des Zwischenganges an und er verstand sofort. Gemeinsam hoben wir den jungen Mann hoch, der jetzt langsam wieder zu sich kam, und setzten ihn auf einen der Klappstühle. Die drei anderen Anwesenden, allesamt Frauen, kümmerten sich ebenfalls sofort – eine Flasche Wasser wurde besorgt, ein Stück Schokolade aufgedrängt und Papiertaschentücher gezückt.
Gibt es doch noch Hoffnung für unsere Gesellschaft?
Die Lust ist die Mutter des Wünschens und damit eine der Großmütter des Denkens. (Gregor Brand)
SA 7.20 Uhr SU 17.51 Uhr
MA 0.07 Uhr MU 9.04 Uhr
Frage an die einfallslose GDL
Zwei Stunden habe ich heute Morgen bis zur Arbeit benötigt, wo ich das sonst in einer guten Stunde schaffe. Natürlich ist der Streik schuld. Was ich mich allerdings frage: Die Mitarbeiter der Bahn klagen über Mehrarbeit ohne Lohnausgleich, zu langen Arbeitszeiten und verschlechterten Arbeitsmitteln. Und alles was den Gewerkschaften einfällt ist mehr Lohn zu fordern? Warum denn bitte schön nicht weniger Arbeitszeit oder bessere Arbeitsmittel. Das würde auch uns Bahn-Kunden zu Gute kommen, oder?
Die Sehnsucht ist dem Menschen oft lieber als die Erfüllung. (Julius Langbehn)
SA 7.22 Uhr SU 17.49 Uhr
MA — MU 8.35 Uhr
Take the “Quiz” Train
Wie so oft, so auch gestern. Da wollte ich mal eine Stunde früher zu Hause sein, weil ich auch den Kleinen von der Kita abholen musste und den Handwerker bestellt hatte, machte also pünktlich eine Stunde früher Feierabend und fuhr mit der Ringbahn bis Südkreuz. Wollte ich zumindest. Erstmal kam ich nur bis Hermannstraße, dann allgemeine Aufregung beim Bahnpersonal, denn erst hieß es “wegen Betriebsstörung verzögert sich die Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit”, dann dass die Strecke komplett gesperrt ist und man sich nach Alternativen umschauen solle (da gerät man plötzlich in Panik! Wie jetzt wohin?) und fünfzehn Minuten später fuhr die Ringbahn doch weiter.
Der Gipfel der Informationspolitik der Bahn war jedoch in Südkreuz, wo auf der Anzeigetafel mein Zug mit allem drum und dran angekündigt wurde, jedoch als Laufband zu lesen war: “Dieser Zug fährt vom Bahnhof Gesundbrunnen”. Kann mir das mal jemand erklären? Ich stand da einige Minuten und grübelte tatsächlich was das bedeuten sollte. Sollte ich jetzt nach Gesundbrunnen, weil der Zug hier nicht mehr fuhr? Oder fuhr der Zug trotzdem hier lang, aber davor nicht die normale Strecke, sondern über Gesundbrunnen? Verwirrung pur. Und nicht nur bei mir.
Zum Glück löste eine Durchsage zehn Minuten später das Ganze auf. Wir sollten doch entweder mit der S-Bahn bis Gesundbrunnen um den Regio zu erreichen oder bis Teltow, dort den Schienenersatz bis Ludwigsfelde und dann in den Regio. Ich nahm Tor 2 und gewann eine wunderschöne Volle-S-Bahn-und-dann-mit-dem-Bus-Überland-Tour im Gesamtwert von 2 Stunden inklusive Halbe-Stunde-in-der-Kälte-Warten am Ludwigsfelder Bahnhof.
Inzwischen hatte ich dem Handwerker abgesagt und meine Schwester gebeten den Kleinen von der Kita abzuholen. Als ich am Abend mit meiner Lebensgefährtin telefonierte, erzählte sie den Grund für das Ganze. Wie ich schon geahnt hatte, nahm sich eine Viertelstunde vor meiner Ankunft in Südkreuz jemand das Leben und löste damit ein Verkehrschaos aus. Das an sich ist ja schon schlimm (der Suizid, nicht das Chaos), aber die Tochter von einer Arbeitskollegin meiner Freundin (daher wusste sie es) stand unmittelbar daneben und wurde beim Anblick des Unfalls ohnmächtig und fiel fast selbst noch in die Gleise!
Schnell zu etwas Erfreulicherem: der zweite Buchstabe des Rätsels wird gesucht! Diesmal ist er in der Überschrift versteckt, denn dabei habe ich einen Titel eines Jazzstandards abgewandelt. Wer sich mit Jazz oder Musikgeschichte etwas auskennt, für den ist es nicht schwierig. Alle anderen nutzen wieder eine Suchmaschine.
Um wahrhaft beliebt zu sein, darf man weder seine Klugheit noch seine Dummheit allzu sehr zeigen. (Volksweisheit)
SA 8.16 Uhr SU 16.51 Uhr
MA 18.02 Uhr MU 8.17 Uhr
Die Bahn kommt! Aber wann?
Das Freitags im schönsten Berufsverkehr die Wagen der Regionalbahnen hoffnungslos überfüllt sind und die Züge deshalb (offiziell: Wegen erhöhten Verkehrsaufkommens! (sic!) ) Verspätungen haben ist man ja mittlerweile gewöhnt. Doch seit einigen Wochen beobachte ich, dass meine Regionalbahn (und nicht nur diese) jeden Tag Verspätung hat. Meistens nur von knapp fünf Minuten, manchmal aber auch von 10 oder 15 Minuten.
Das Neueste ist jedoch, dass meine Bahn nun auch Morgens, wenn ich zur Arbeit will, bereits Verspätung hat. Wie geht so was? Kriegen die das nicht mehr in den Griff? Kann ich mich nun darauf verlassen, dass die Bahn immer wenigstens fünf Minuten zu spät kommt? Kommt zum Jahreswechsel ein neuer Fahrplan in dem einfach diese Verspätung aufgenommen wird, d.h. laut Fahrplan kam der Zug 16.24 Uhr, jetzt einfach 16.29 Uhr?
Langsam nervt und ärgert es mich schon, gerade wenn ich darauf angewiesen bin, dass ich pünktlich irgendwo ankommen muss. Da helfen auch die neuen, freundlichen zweiten Bahnbegleiter nicht viel.
Erkenntnisse eines Dilettanten #9
Der Herr Teddy hatte sich eigentlich vorgenommen die Deutsche Bahn zu loben und nicht immer nur über sie zu schimpfen. Leider macht das gestrige Erlebnis damit einen Strich durch die Rechnung. Und nicht nur über die Deutsche Bahn muss ich mal wieder meckern, aber Eins nach dem Anderen.
Bei schönen sommerlichen Temperaturen und nach einer S-Bahn-Fahrt mit der Ringbahn (die gestern nicht ganz so voll war wie sonst) fuhr ich nach dem Feierabend zum Südkreuz und war nicht sonderlich überrascht das die Regionalbahn mal wieder fünf Minuten Verspätung hatte. Kommt öfter vor und ist auch kein Problem. Alerdings wurden dann aus fünf Minuten schnell 15 Minuten und schließlich “wegen erhöhten Verkehrsaufkommens” 40 Minuten Verspätung.
Erhöhtes Verkehrsaufkommen? Häh? Sind plötzlich neue andere Züge auf dem Gleis meiner Regionalbahn unterwegs? Nein, mittlerweile glaube ich die Bahn meint das wirklich etwas anders, nämlich das Ein- und Aussteigen der Fahrgäste. Was ja auch als Verkehr bezeichnet werden kann. Sprich: es fahren mehr Passagiere mit diesem Zug, das Aus- und Einsteigen dauert länger, da auch immer weniger Wagons je Zug eingesetzt werden (um Kosten zu sparen), das bedeutet mehr Verkehr und damit Zeitverlust. 40 Minuten dafür sidn natürlich heftig, aber vielelicht wars gestern auch wieder ein technisches Problem mit einer Weiche die sich nicht umstellen wollte oder ein Signal welches sich in die Farbe Rot verliebt hatte.
Nun ja, das eigentlich Ärgerliche daran war nicht mal unbedingt das Warten, sondern das die Bahn es nicht für nötig hielt an meinem Heimatbahnhof durchzusagen das der Zug später kommt. Und dort wartete Frau Teddy mit dem Kleinen bei hochsommerlichen Temperaturen. Toll! Aber vielleicht erhöht die Bahn bald wieder die Fahrpreise, dann wird auch der Service besser. Oder?
Klasse fand ich auch als ich den Münzfernsprecher der Telekom am Bahnhof nutzen musste, da das Akku meines Handys leer war (klar, wann denn auch sonst?). Ich stecke einen Euro in den Apparat, telefoniere für 20 Cent, lege auf und warte. Und warte. Und nichts passiert. Kein Wechselgeld! Gut, das ich nciht fünf Euro oder mehr reingesteckt habe. Aber kann mir mal jemand erklären warum die Telekom neue Apparate aufstellt, die kein Wechselgeld mehr rausgeben können? Was ist denn da die Begründung für diesen “Fortschritt”?
Erkenntnisse eines Dilettanten #3
Am Bahnhof Südkreuz, an dem ich jeden Morgen und jeden Nachmittag umsteigen muss (und den ich architektonisch völlig missraten finde) gibt es eine Fressbude, welche belegte Baguettes und Bratwürste anbietet. Interessant sind hierbei die Werbefotos, die am oberen Rand des Kiosk angebracht sind.
Sie sind professionell gemacht, keine Frage, jedoch schien
a) der Fotograf oral fixiert zu sein, oder
b) der Werbeträger der Überzeugung zu sein, das sämtliche Kunden darauf abfahren (bewusst oder unbewusst).
Warum?
Drei Bilder sind mir im Gedächtnis geblieben (Kamera hatte ich nicht mit und Werbung will ich für diese Kette eigentlich auch nicht machen).
1. Eine junge, hübsche Frau ist gerade im Begriff sich eine laaange Bratwurst im Brötchen in den Mund zu schieben. Lächelnd natürlich.
2. Eine junge, hübsche Frau will gerade lächelnd von einem überdimensionalen langen Baguette abbeißen. Auch hierbei schafft sie es nur das Baguette/die Bratwurst nur zu einem Teil in den offenen Mund zu schieben, als der Fotograf sie erwischt.
3. Eine junge, hübsche Frau (vielleicht jedesmal die selbe?) saugt genüsslich und lächelnd am Trinkhalm, welcher in einem großen PET-Behälter Limonade steckt.
Die entscheidene Frage hierbei ist natürlich, ob diese Strategie auch funktioniert und den potentiellen Kunden verführt eine Bratwurst/ein Baguette/ eine Limonade zu kaufen. Meine Erkenntniss nach einigen Wochen Selbstversuch lautet: ja, es funktioniert.
Update: Seit einigen Tagen bieten sie auch Currywurst an. Klein geschnittene in Currysoße schwimmende Bratwurst.
