Müßiggang ist aller Laster Anfang

In diesem Sinne war ich in den letzten Wochen nicht ganz untätig und baute unter anderem ein Spielhaus für meinen 4-jährigen. Alles selbst geplant, gesägt, geschraubt und gemalert. Ja, ja, bin schon ein wenig Stolz drauf.

Desweiteren musste ich den Übergang zwischen Straße (letztes Jahr neu gebaut) und meinem Häuschen erneuern und stützte darum das Fundament mit etwas Beton ab, legte Noppenfolie aus und füllte den Raum mit Kieselsteinen auf. Na ja, sicherlich Geschmacksache, war aber die preiswerteste Variante.

Außerdem musste der Vorgarten komplett erneuert werden, da das Gartenvlies nicht einmal 2 Jahre gehalten hatte und Unkraut an allen Ecken und Enden seinen Weg durch Vlies und Steine gefunden hatte. Also alle Steine weg, Unkraut gejätet, stärkeres Vlies und gleich doppelt ausgelegt und Steine wieder drüber. Zwischendurch noch neue Blaubeer- und Johannisbeersträucher gepflanzt und noch 2 Weinpflanzen dazu. Schließlich soll ab spätestens übernächstem Jahr die Weinproduktion losgehen.

Schuster bleib bei deinen Leisten

Ich hatte mich auf das neue Buch von Michael Winterhoff – “Lasst Kinder wieder Kinder sein. Oder: Die Rückkehr zur Intuition” – gefreut, da mich das Thema sehr interessiert. Gelesen hatte ich vom Autoren, einem Kinderpsychologen, bis dato noch nichts. Und werde ich auch nicht mehr. Schuster bleib bei deinen Leisten! Denn wissenschaftlich und analytisch schreiben kann er leider nicht. Um es auf einen Nenner zu bringen: Das Buch war die Mühe und die Zeit nicht wert gelesen zu werden. Meine erste Enttäuschung also bei Blog dein Buch.

In seinem neuen Buch wendet sich der erfahrene Kinder- und Jugendpsychiater und Bestsellerautor Michael Winterhoff den Erwachsenen zu und fragt, warum es für immer mehr Erwachsene nicht mehr möglich ist, eine angemessene, von unbewussten Belastungen freie Beziehung zu anderen Menschen – und damit auch zu (ihren) Kindern – aufzubauen.

Für Winterhoff liegt das Kernproblem darin, dass der Mensch seine innere Ruhe verloren hat. Die allgegenwärtige Penetration mit Negativnachrichten – verbunden mit einer vielfachen persönlichen Überforderung durch gesellschaftliche und technische Entwicklungen sowie einer Destabilisierung der eigenen Lebensverhältnisse – erzeugt eine Art Massentraumatisierung: Der Mensch wird rastlos, handelt nicht mehr ruhig und zielgerichtet, findet keinen Weg mehr aus dem sich ständig beschleunigenden Hamsterrad. Psychisch defizitäre, auf Dauer gehetzte Menschen aber werden die Grundpfeiler unseres Zusammenlebens nicht mehr tragen können. Dabei zerstört Winterhoff zwar das Trugbild einer grenzenlosen Freiheit, in der wir uns heute wähnen, weist aber auch Wege aus dem Dilemma auf.

Aus seiner Analyse heraus entwickelt er Alternativen, die eine Rückkehr zum intuitiven Verhalten ermöglichen – auch und vor allem gegenüber unseren Kindern, damit Kinder endlich wieder Kinder sein dürfen.

Und das stimmt einfach nicht, denn analytisch ist das Buch überhaupt nicht und Alternativen wie man zu einem ausgeglichenen Selbst findet sucht man vergeblich. Und zum Titel – nochmal zur Erinnerung, es geht um den Umgang mit Kindern -, der hat leider überhaupt nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun. Ganze geschätzte zehn Seiten des dünnen Büchleins (nicht mal 200 Seiten) beschäftigen sich wirklich mit Kindern. Hinzu kommen nervige Beispiele aus dem angeblichen Alltag des Autoren und ständige Wiederholungen. Nur weil man etwas ständig wiederholt muss es noch lange nicht stimmen. Größtenteils kam es mir so vor, als würde ich eine gestreckte Diplomarbeit lesen, so ist auch übrigens der Schreibstil. Eine wissenschaftliche Arbeit sieht anders aus. Aber nun gut, nicht jeder Psychologe kann schreiben.

Gibt es etwas Positives? Nun ja, vielleicht sollte man Michael Winterhoff zu Gute halten, dass er ein wichtiges Thema anspricht. Das der zwanglose Umgang mit Kindern wirklich in den letzten Jahren (Jahrzehnten) teilweise schizophrene Züge angenommen hat. Stichwort: Helikopter-Eltern. Also Eltern, die in Sorge um das Wohl ihres Kindes dieses ständig beaufsichtigen und sämtliche reale und vermeindliche Gefahren aus dem Weg räumen. Und dabei leider vergessen, dass Kinder nur durch selbst gesammelte Erfahrungen später zu sozialen und reifen Erwachsenen werden können. Hier ist der Ansatz richtig, dass sich Eltern einen Ruhepol suchen müssen, um selbst ausgeglichen und gelassen mit den Problemen unserer Zeit umgehen zu können. Und somit ein Vorbild für das Kind sind.

Wer das Buch trotzdem oder gerade deshalb mal lesen möchte, bitte bei mir melden. Gegen 1,80 Euro Versandkosten vershcicke ich gerne mein Rezensionsexemplar. Weitere und interessantere Bücher gibts beim Gütersloher Verlagshaus (gehört zur Random Gruppe).

Vater vom kleinen Maulwurf gestorben

Im Alter von 90 Jahren ist gestern Zdenek Miler, der Erfinder des kleinen Maulwurf, gestorben.

[...] Miler entwickelte etwa 70 Filme. In ungefähr 50 von ihnen spielt seine bekannteste Figur, der kleine Maulwurf, die Hauptrolle. Die Idee dazu kam ihm, als er 1956 den Auftrag bekam, eine Geschichte für Kinder zu verfilmen. Da ihm das Drehbuch nicht gefiel und er sehr stark von Walt-Disney-Filmen beeinflusst war, suchte er nach einem Tier, welches die Leitfigur in dem Film übernehmen könnte. Später sagte er, dass er bei einem Spaziergang über einen Maulwurfshügel stolperte und ihm dadurch die Idee kam, den Maulwurf als seine Figur zu verwenden. 1957 entstand dann auch der erste Film Wie der Maulwurf zu seiner Hose kam (Jak krtek ke kalhotkám přišel), der einen Silbernen Löwen in Venedig gewann. Anfangs hat der Maulwurf noch gesprochen. Da Miler aber wollte, dass sein Maulwurf überall in der Welt verstanden wurde, verlieh er ihm später nur noch kurze Ausrufe, um seine Gefühle auszudrücken. Dabei verwendete er die Stimmen seiner Töchter. Diese waren es auch, die die Filme zuerst zu sehen bekamen. So konnte Miler sehen, ob seine Geschichten auch bei den Kindern ankamen.  Wie sehr Miler sich mit dem Maulwurf identifizierte, kann man an einem Zitat ablesen: „Ich brauchte lange, es zu begreifen, aber wenn ich Krtek zeichne, dann zeichne ich mich selbst.“

Gleich von Beginn an war der Maulwurf in der Tschechoslowakei ein großer Erfolg und heute ist der Maulwurf in über 80 Ländern zu sehen. Die Sendung mit der Maus sendet seit 1972 regelmäßig Folgen vom Maulwurf. [Wikipedia]

Hier der allererste Film von 1957: Wie der Maulwurf zu seiner Hose kam.

 

Es ist mal wieder so weit

Selbst gebastelt von meinem dreieinhalbjährigem Sohn. Na gut, ja mit Hilfe seiner Mama. :-) Da kann ja Weihnachten kommen.

Ich war währenddessen meiner Oma aufs Dach gestiegen und hab dort den Laufsteg für den Schornsteinfeger erneuert, da dieser sich weigerte auf den alten – tatsächlich sehr morschen – Steg zu gehen.

Eine dunkle und GRIMMige Geschichte. Kindgerechter Horror?

Bereits vor einigen Monaten hatte mich die Rezitante auf das Online-Projekt Blogg dein Buch! aufmerksam gemacht und neugierig wie ich bin meldete ich mich dort an. Es geht darum Bücher, welche dort von den Verlagen angeboten werden zu rezensieren. Dafür kann man das Buch, welches man vorher kostenlos zugesandt bekommt, behalten. Leider waren beim ersten Stöbern keine für mich interessanten Bücher vorhanden bzw waren diese an keiner Aktion beteiligt. Doch nun endlich war ich fündig geworden. Das Cover von Adam Gidwitz’s „Eine dunkle & Grimmige Geschichte“, erschienen im Verlag arsEdition München, sah sehr interessant und vor allem so wunderbar märchenhaft aus. Versprochen wurde eine Neuinterpretation einige Grimm’scher Märchen, vor allem von „Hänsel und Gretel“. Auch im Buchinnern setzen sich die düsteren Scherenschnitt-Grafiken fort und untermalen die Handlung. Leider bin ich mir auch nach dem Lesen des Buches noch immer nicht sicher für wen das Buch geschrieben wurde: für Kinder, für kindgeblieben Erwachsene?

Das Buch beginnt mit dem Märchen vom treuen Johannes, welches ich leider noch nicht mal im Original kannte, was aber nicht zwingend sein muss, um der Handlung folgen zu können. Als störend empfand ich die häufigen Einsprenksel des Autoren, der hier als allwissender Erzähler immer wieder die Handlung unterbricht, um durch Hinweise, dass die Geschichte jetzt gleich noch blutiger/gruseliger/ekliger wird und die kleineren Kinder nun ins Bett gehen sollten, versucht Spannung aufzubauen. Leider wird dadurch die emotionale Bindung zu den Hauptfiguren gestört, auch erinnerte mich die Erzählweise stark an „Lemony Snicket“.

Der allwissende Erzähler nimmt sich bei den weiteren Kapiteln/Märchen „Hänsel und Gretel“, „Die sieben Schwalben“ (besser bekannt als „Die sieben Raben“), „Bruder und Schwester“ stetig weiter zurück und die Handlung gewinnt nun an Fahrt und die Geschichte wird immer lesenswerter. Richtig gut wird es dann mit „Ein Lächeln rot wie Blut“ (im Original „Der Räuberhauptmann“) und „Die drei goldenen Haare“. Hier gelingt es dem Autor erstmalig mich als erwachsenden und Horror-gewohnten Leser zu fesseln und in eine sehr gruselige und stimmige Atmosphäre zu ziehen. Auch entwickelt sich nun endlich auch so etwas wie Sympathie für die Protagonisten, zumindest für Gretel.

Die letzten drei Kapitel behandeln die Heimkehr von Hänsel und Gretel nach ihrer Odyssee durch die Märchenwelt und ihrem Kampf gegen den Drachen. Ein guter Abschluss für diese dunkle und grimmige Geschichte. Positiv hervorheben möchte ich auch, neben den sehr schönen Illustrationen (hätten ruhig mehr sein können) die Größe der Schrift und die Verarbeitung von Papier und Umschlag. Auch konnte ich keinen Rechtschreibfehler entdecken – was heutzutage leider nicht immer selbstverständlich ist.

Hier gehts zur Buchbestellung direkt beim Verlag.

Was heißt: “mit Kind und Kegel”?

 

Die wörtliche Übersetzung heißt: “mit ehelichen und unehelichen Kindern”. Das Wort “Kekel”, aus dem später “Kegel” wurde, war im Mittelalter die verächtliche Bezeichnung für uneheliche Kinder. Gleichzeitig stand der Begriff für die Worte “Stock”, “Knüppel” oder “Pfahl”. Weil diese Kinder ein rechtloser Spielball waren, entwickelte sich aus “Kind und Kegel” auch der Kegel im Spiel.


Die geheime Geschichte der Digedags

Als großer Fan der ostdeutschen Bilderzeitschrift (neudeutsch: Comic) Mosaik bin ich natürlich immer auch sehr begierig etwas über den Hintergrund der Zeitschrift zu erfahren. Durch Zufall stieß ich auf Mark Lehmstedts “Die geheime Geschichte der Digedags” – erschienen im Selbstverlag.

Kurz zur Einleitung: Hauptfiguren des Mosaik waren von 1955 bis 1975  die Digedags – drei Kobolde mit Namen Dig, Dag und Digedag. Erfunden hat sie Hannes Hegen, ein ehemaliger Werbezeichner – und Texter. Und genau darum geht es in Lehmstedts Buch. Hat Hegen die drei Figuren und vor allem den Stil und die Geschichte des Mosaiks derartig bestimmt, wie es immer behauptet wird? Oder war es nicht eher das Kollektiv, welches spätestens ab dem vierten Heft sämtliche textlichen und zeichnerischen Arbeiten erledigte – unter Aufsicht von Hegen – und wurden dafür nicht mal im Impressum erwähnt?

Als Hegen 1975 mit neuen Forderungen gegenüber dem Herausgeber nicht durchkam, folgte nicht nur ein häßlicher (bis zu diesem Buch in der Öffentlichkeit nahezu unbekannter Rechtsstreit), sondern schlug nun auch die Stunde des Mosaik-Kollektiv, welches nun befreit von Hegens Allmacht, aufblühte und die Abrafaxe erschuf, welche bis heute monatlich Abenteuer erleben. Bis heute besteht der Streit unter Mosaik-Fans (von denen übrigens mehr als die Hälfte älter als 30 Jahre sind), welches Trio die spannenderen Abenteuer erlebte und witziger war/ist.

Lehmstedt beschreibt diese “geheime Geschichte” mit einfachen Worten in flüssigem Stil, und dennoch mit vielen Zahlen und Fakten und – was dieses Buch sehr angenehm Lesen lässt – objektiv. An keiner Stelle hat man den Eindruck hier würde ein Mosaik-Fan eine Lobrede schreiben, auch die nachvollziehbare Kritik an Hegen klingt nur sehr unterschwellig durch. Leider hatte es Hegen abgelehnt Lehmstedt ein Interview oder zumindest eine Stellungsnahme zu geben.

Ohne Strom

Ein heftiges Gewitter mit orkanartigen Böen fegte gestern (nicht nur) über Trebbin hinweg. Unsere Straße, unser Garten und der Hof standen für eine knappe halbe Stunde komplett unter Wasser. Die Bananenpflanzen, die wir draußen in ihren Töpfen zu stehen haben, wurden umgeworfen und das Sonnensegel flatterte heftig im Winde. Zum Glück ist nichts weiter passiert.

Allerdings waren wir für etwas mehr als eine Stunde ohne Strom, so dass der Kleine bei Kerzenschein Baden musste, was ihm sichtlich gefiel. Keine Ahnung wann ich das letzte Mal in einen Stromausfall involviert war, aber in den 80ern als ich noch ein Kind in der DDR war, da gabs so was öfter.

Gestern fühlte ich mich – das muss ich ehrlich zugeben – im ersten Moment des Stromausfalls ziemlich hilflos. Zum Glück weiß ich wo Taschenlampe und Kerzen sind. Und romantisch ist es ja auch ein wenig. :-)

Gibt es noch Menschen die in Baumhäuser leben?

Ja. Die Korowai im Dschungel von Neuguinea. Sie bauen in 30 Meter hohen Baumkronen, um sich vor Ungeziefer und Schlangen zu schützen. Und vor menschlichen Feinden. Frauenraub und Kannibalismus, als Rache unter verfeindeten Sippen, gibt es dort nämlich noch.

Apropo Baumhaus. Ich wollte ja eigentlich für meinen Sohn ein Baumhaus – oder in Ermangelung eines hohen Baumes ein Spielhaus – im Garten errichten, aber die Preise dafür sind ja wirklich abschreckend. Also spiele ich mit dem Gedanken selbst eines zu bauen.

Hat da jemand Erfahrung? Kann er mir Tipps geben?