Schweinegrippe: Impfstoff bleibt in Massen übrig

[...] In Berlin bleiben möglicherweise große Mengen des Schweinegrippe-Impfstoffs ungenutzt. Bislang hat die Stadt 550.000 Impfdosen erhalten. Berliner Ärzte haben aber erst die Hälfte davon angefordert. Bis zum Frühjahr hat das Land außerdem noch einmal knapp eineinhalb Millionen Dosen Impfstoff bestellt.
Nach Angaben der Senatsgesundheitsverwaltung wollen sich weniger Berliner impfen lassen als erwartet. Die Behörden waren bei der Bestellung des Serums im Sommer zudem noch davon ausgegangen, dass für die Immunisierung zwei Impfungen nötig seien. In der Regel reicht jedoch eine Spritze. [rbb online]

Und nun? Der Impfstoff ist gekauft bzw. verbindlich bestellt und kostet dem Steuerzahler allein in Berlin Millionen. Und die Pharmakonzerne freuen sich. Soviel Gewinn haben sie mit einer alljährlich wiederkehrenden Grippe noch nie gemacht. Mal sehen was sie sich für nächstes Jahr einfallen lassen, schließlich muss ja der Gewinn dann wieder steigen damit die Aktienkurse nach oben gehen. Was für ein perverses System.

Aus Belzig wird Bad Belzig

Die Stadt Belzig (Potsdam-Mittelmark) wird im Dezember offiziell zum Thermalsoleheilbad ernannt. Bürgermeisterin Hannelore Klabunde (parteilos) sagte am Montag, damit erhalte die Kommune die höchste Qualifizierung für Kurorte in Deutschland. Am 5. Dezember werde die Stadt die Ernennungsurkunde erhalten und damit zu Brandenburgs sechstem Heilbad werden.

Zugleich kündigte Klabunde die Umbenennung der Stadt an und bestätigte damit einen Bericht der rbb-Welle Antenne Brandenburg. “Am 7. Dezember wollen wir beim Innenministerium den Antrag auf Änderung unseres Namens in Bad Belzig einreichen“, so die Bürgermeisterin.

Die Kommune mit 11.500 Einwohnern verfügt nach eigenen Angaben unter anderem über eine eigene Sole, die im Thermalbad verwendet werde, eine Reha-Klinik, einen Kurpark und ein Gesundheitsnetzwerk. Die SteinThermeBelzig wird nach sieben Monaten Sanierung ebenfalls am 5. Dezember wiedereröffnet. Weiterlesen

Zwei Hymnen und ein Stückchen Mauer

Selbst das Konzept für die neue Ausstellung des Trebbiner Heimatvereins hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. „Ursprünglich sollten anlässlich des Mauerfalls vor 20 Jahren Erlebnisberichte von Trebbiner Bürgern im Mittelpunkt der Ausstellung stehen“, erzählte Monika Ochotzki, Vorsitzende des Heimatvereins. Nunmehr zeigt die Ausstellung Gegensätze aus den letzten 20 Jahren – zwischen Ost und West zwischen dem Trebbin von damals und heute. So sind in einer Fotoausstellung Trebbiner Ansichten aus dem Jahre 1989 zu sehen und gegenübergestellt die heutigen Bilder. „So komprimiert auf einen Blick sieht man, dass sich in der Stadt doch sehr viel verändert hat“, so Monika Ochotzki. Sehr anschauliche Beispiele dafür sind der Trebbiner Marktplatz und die sanierte St. Marien-Kirche. Weiterlesen

Du bist nicht allein (2007)

Gute Filme im Fernsehen zu “normaler” Zeit sind ja leider inzwischen recht selten geworden. Wenn sie überhaupt noch ausgestrahlt werden kommen sie meistens erst gegen Mitternacht. Gestern brachte der RBB jedoch zur besten Sendezeit den Bernd Böhlich-Film “Du bist nicht allein” mit Axel Prahl und Katharina Thalbach in den Hauptrollen. Für mich gehören die beiden ja sowieso zur besten deutschen Schauspielerriege (nicht diese B-Promis die in den Privatsendern immer hochgelobt werden), also gab ich dem Film eine Chance – und wurde nicht enttäuscht.

Kurz zur Handlung:

Eine Plattenbausiedlung in Berlin. Herr und Frau Moll sind seit Jahren arbeitslos. Herr Moll ist von Beruf Malermeister und Frau Moll Metzgerin. Als Frau Moll eine neue Stelle als Wachfrau bekommt, ändert sich das Leben des Paares. Sie erhält eine Uniform und muss einen Vorbereitungskurs machen. Herr Moll beschäftigt sich mit dem Bemalen der Balkontrennwand zum Nachbarbalkon. In diese Nachbarwohnung zieht die Deutsch-Russin Jewgenia Lehmann mit ihrem Vater und der Tochter Tonka. Sohn Svenni Moll versucht mit dem Mädchen in Kontakt zu kommen, die verhält sich jedoch abweisend. Da hat es Vater Moll etwas leichter. Er wird von seiner Ehefrau zur Nachbarschaftshilfe animiert und verliebt sich dabei in Jewgenia. Der triste Alltag hält scheinbar doch noch Abenteuer für ihn bereit. Er steigert sich in die Geschichte hinein, ohne dass seine Ehefrau davon etwas mitbekommt und ohne zu bemerken, dass Jewgenia die Nachbarschaftshilfe zwar willkommen ist, doch nicht mehr als das.

Ein weiterer neuer Nachbar der Molls ist Kurt Wellinek. Die Arbeitslosigkeit hat den Physiker in den Alkohol getrieben und schließlich zur Trennung von seiner Ehefrau Sylvia geführt. Sylvia ist eine ehemalige Schauspielerin, die nun wieder versucht in den Beruf zurückzukehren. Erste Jobs erhält sie als Synchronsprecherin. Der Regisseur macht ihr Hoffnungen auf eine Rolle in einer Fernsehserie. Angeblich wird eine dickliche Frau gesucht. Sylvia rüstet sich mit Kissen und mehreren Schichten Kleidung für das Casting und muss dann erfahren, dass die Drehbuchautoren die Rolle abgeändert haben und nun eine Magersüchtige suchen. Die Enttäuschungen in der Arbeitswelt führen sie langsam wieder zurück zu Kurt und lassen sie dessen Probleme besser verstehen, da er noch viel stärker an seiner Tatenlosigkeit leidet. Sie heftet in der Nachbarschaft kleine Zettel an Laternen mit der Ankündigung kostenloser Nachhilfe in Mathe und Physik. Kurt erhält so wieder einen Lebensinhalt.

Währenddessen muss auch Frau Moll erkennen, dass ihre Arbeit nicht die Wichtigkeit hat, die ein Trainer der Firma den Langzeitarbeitslosen versucht hat einzureden. Sie bewacht nachts eine leere Tennishalle, die nur mit Luft gefüllt ist. Auch ihre Ehe scheint nur eine Luftblase zu sein und sie erkennt, was ihr Ehemann für Jewgenia empfindet. Herr Moll muss einsehen, dass sein Aufblühen nicht von Dauer ist. Er entschließt sich, nach Holland zu reisen, da dort Maler gesucht werden. (Wikipedia)

Axel Prahl ist in der Rolle des Losers (wie auch schon in “Halbe Treppe”) großartig. Wie er sich in die Nachbarin verliebt und in diese Affäre hineinsteigert wie ein Teenager und ihm dabei aber anzusehen ist, das er weiß das diese Geschichte nicht gut ausgehen kann, ist brilliant gespielt. Auch Katharina Thalbach glänzt in der Rolle seiner Ehefrau, die hochmotiviert in ihrem neuen Job aufblüht, nur um dann festzustellen, dass es alles so sinnlos ist und in der gleichen Zeit feststellen muss das ihre Ehe kaputt ist. Ihre pure Verzweiflung ist für den Zuschauer extrem spürbar und umso intensiver erlebt er mit, wie sie sich trotz aller widrigen Umstände wieder aufrappelt und ihrem Ehemann, der inzwischen auf dem Weg nach Holland ist, alles Gute wünscht ohne ihm zu grollen.

Sehr positiv überrascht war ich von Herbert Knaup, der einen arbeitslosen Physiker spielt, der sich erst dem Saufen hingiebt und dann aber seinen Stolz beiseite lässt, drei Stunden auf dem Arbeitsamt wartet um dann von seiner Arbeitsvermittlerin wie eine statistische Nummer behandelt zu werden und daraufhin austickt. Aber wie er das darstellt ist die vielleicht bewegendste Szene des Films, wenn er immer wieder wiederholt, er sei Physiker und wolle keine Leistungen sondern Arbeit.

Edikt von Potsdam infrage gestellt

Auf das 1685 vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm erlassene „Edikt von Potsdam“ berufen sich die Landespolitik, die Bewegung „Tolerantes Brandenburg“ und die Landeshauptstadt mit dem „neuen Toleranzedikt“ aus dem Jahr 2008 in ihrem Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus. Das Edikt sei jedoch „beileibe“ kein Akt der Toleranz gewesen und vom Kurfürsten auch nicht so verstanden worden. Dies erklärte der Tübinger Universitätshistoriker Prof. Matthias Asche in einem Vortrag, zu dem am Mittwochabend das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, die Studiengemeinschaft Sanssouci und die Stadt- und Landesbibliothek in den Kutschstall eingeladen hatten. Auf Anfrage aus dem Publikum bekräftigte Asche, dass er die Berufung auf das Edikt für die heutige Toleranzpolitik Brandenburgs als verfehlt ansieht. Weiterlesen