Quiz in the Sky

Da aus technischen Gründen diese Woche der “Song der Woche” entfällt, baue ich heute im Quiz etwas Musikalisches ein. Gesucht wird der erste Buchstabe des Wortes, welches man in obiger Überschrift für Quiz einsetzen kann. Diese wiederum bezieht sich auf einen in den USA sehr erfolgreichen Pop-Song aus dem Jahre 1982. Wikipedia weiß dazu folgendes:

Das Lied ist eines der erfolgreichsten Lieder der Gruppe und erreichte den dritten Platz der U.S. Billboard Hot 100 Charts. “???” bezieht sich auf George Orwells Roman 1984 …[] Der Sänger und Komponist des Liedes [...] sagte, dass er eine Menge Zeit in Casinos und Einkaufszonen verbrachte, wo er fasziniert war von den Kameras, welche die Spieler bzw. Käufer überwachten.

Das Glück ist wie der Sonnenschein: Wer darin sitzt, wirft Schatten. (Persisches Sprichwort)

SA 8.07 Uhr  SU 17.02 Uhr

MA 2.23 Uhr  MU 11.02 Uhr

Angela Merici

Klimaschutz fängt zu Hause an – der CO2-Rechner hilft dabei!

Danke an Anniefee für den Link und den Hinweis auf diese Aktion.

[...] Je geringer der individuelle CO2-Ausstoß, desto besser für die Atmosphäre. Damit jeder Mensch herausfinden kann, welche CO2-Spur er jährlich hinterlässt, haben Klimaforscher das Modell des “carbon footprint” entwickelt: die eigene Klimabilanz als persönlicher ökologischer Fußabdruck. Mit einem Fußabdruck von knapp elf Tonnen CO2 pro Person und Jahr liegen wir Deutschen im Schnitt deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von circa 3,8 Tonnen.

Doch wie können Familien ganz konkret ihren CO2-Ausstoß reduzieren? Zunächst einmal müssen Sie wissen, wo Sie besonders viel CO2 produzieren. Dabei hilft der CO2-Rechner, den wir Ihnen hier in Zusammenarbeit mit Klimaktiv, dem größten Infoportal zum Klimaschutz, kostenlos zur Verfügung stellen.

Bitte nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um den ökologischen Fußabdruck Ihrer Familie zu berechnen. Es lohnt sich, denn so können Sie erkennen, in welchem Bereich Ihr CO2-Ausstoß besonders hoch ist. Außerdem erhalten Sie noch auf Ihr Ergebnis abgestimmte Tipps, die nicht nur unserem Planeten helfen, sondern auch Ihrem Geldbeutel. [Eltern.de]

Das trojanische Pferd im Wohnzimmer

[...] Manche TV-Sender sind darauf angewiesen, ihr Programm verschlüsselt auszustrahlen.

Entweder weil sie die Ausstrahlungsrechte an bestimmten Programmteilen nur für eine eingeschränkte Region besitzen, wie zum Beispiel der Österreichische Rundfunk;

Oder aus finanziellen Gründen, weil sich diese Sender über die Pay-TV-Gebühren finanzieren.

Die Verschlüsselung wird erreicht durch den Einsatz eines sogenannten Conditional Access Systems, kurz CAS genannt.

Um nun den Einsatz dieser Verschlüsselungssysteme geräteunabhängig und bequem für den Zuschauer zu ermöglichen, verabschiedete das DVB-Konsortium 1995 die Common Interface Spezifikation.

Das CI-Modul war geboren!

Damit wurde es möglich, standardisierte Digitalempfänger mit einer Universal-Nachrüst-Schnittstelle zu bauen, ohne dass das Verschlüsselungssystem fest im Gerät integriert werden musste.

Einfach das benötigte CI-Modul samt Smartcard in das Empfangsgerät einstecken und fertig!

Auch der Einsatz zweier verschiedener Smartcards sogar mit verschiedenen Verschlüsselungsverfahren in nur einem CI-Modul ist so möglich. Sehr bequem und einfach für den Benutzer.

Doch bereits von Anfang an gab es einige Hersteller von Verschlüsselungssystemen, Kabelnetzbetreiber und Pay-TV-Veranstalter, die die Universalschnittstelle CI ganz und gar nicht unterstützen wollten. Denn durch das universelle Common Interface war es nicht mehr möglich, den Zuschauer ausschließlich an das eigene proprietäre System und die eigenen Receiver zu binden.

So wurden angebliche Sicherheitsprobleme genutzt, die CI-Technik schlecht zu machen.

Denn es wäre ja theoretisch möglich, den im CI-Modul entschlüsselten Datenstrom für illegale Zwecke abzugreifen. Ebenso wurde angeführt, dass der Jugendschutz nicht den nötigen Anforderungen entspreche.

Doch beide Alibiargumente greifen nicht wirklich!

Denn es sind keinerlei Fälle von Raubkopien bekannt, die dieses Verfahren nutzten.

Auch der in Deutschland vorgeschriebene Jugendschutz ist mit einem CI-Modul problemlos realisierbar, da alle legal zu erwerbenden CI-Module die Anforderungen des Jugendschutz in Deutschland erfüllen.

Doch die fehlende Kontrolle über den Zuschauer nagte an den Plattformbetreibern und verschiedenen anderen Interessensgruppen im europäischen TV-Markt.

Also musste ein Nachfolger des akzeptierten Standards CI her!

CI-Plus war geboren! Plus klingt gut und nach einer Weiterentwicklung!

Doch CI-Plus ist kein verabschiedeter Standard, sondern eine Initiative der Verschlüsselungsmodul-Hersteller Neotion und SmarDTV sowie der vier Fernsehgeräte-Hersteller Panasonic, Samsung, Philips und Sony.

Also keine Norm und erst recht kein direkter Nachfolger des CI-Systems des DVB-Konsortiums.

 

Die Kontrollmöglichkeiten in der Übersicht:

1.Die Aufzeichnung von Sendungen kann verhindert werden.

2.Das Vorspulen bei Aufzeichnungen kann verhindert werden.

3.Sendungen können automatisch gelöscht werden.

4.Timeshift kann verhindert oder zeitlich begrenzt werden.

5.Es kann nur eine SmartCard in das CI-Plus-Modul eingesetzt werden.

6.HD-Signale werden nur an HD-Ready-zertifizierten Monitoren wiedergegeben.

7.Herkömmliche CI-Module können in CI-Plus-Geräten einfach deaktiviert werden.

8.Der DVB-Receiver kann von aussen quasi unbrauchbar gemacht werden.

9.Updates können jederzeit eingespielt werden, ohne dass der Kunde sich ernsthaft dagegen wehren kann.

„Wollen Sie das?”

TV-Sender und Plattformbetreiber schieben CI-Plus quasi als Trojanisches Pferd in die Haushalte, um damit die totale Kontrolle der Fernsehnutzung zu erhalten.

Und das, obwohl CI-Plus kein internationaler Standard ist. Es gibt auch keine Bestrebungen, CI-Plus zu einem solchen zu machen. Wahrscheinlich ist der Industrie und den Plattformbetreibern klar, dass dieses Forcieren eines proprietären Systems in Zeiten, in denen bereits große Streaming- und Download-Plattformen auf Kopierschutz verzichten, in der Öffentlichkeit und bei Kartellwächtern der EU nicht nachvollziehbar ist.

Wollen Sie wirklich künftig ein Trojanisches Pferd im Wohnzimmer haben? [...]

Schluß mit lustig!

[...] “Schluss mit lustig” frohlockt die Bild-Zeitung, in Polizeiforen freuen sich Polizisten auf einen baldigen Einsatz. Der Spiegel berichtet anlässlich der Auslieferung des Musterfahrzeuges, Beamte würden sich “balgen”, um auf dem Kommandoplatz sitzen zu dürfen, und posierten für Fotos vor dem Gefährt. Kein Wunder angesichts des Designs, das laut BMI-Referatsleiter Achim Friedl “so gestaltet [ist], dass es Respekt einflößend wirkt” und einen “psychologischen Effekt” habe.

Die neuen Wasserwerfer des Typs WaWe 10000 COBRA sollen die Fahrzeuge des älteren Typs “WaWe 9000″ schrittweise ersetzen. Ihre Beschaffung geht auf einen Beschluss der Innenministerkonferenz (IMK) von 2005 zurück. Ein erstes Fahrzeug wurde bereits im November 2009 an das Bundesministerium des Innern (BMI) zur Erprobung übergeben und in Hamburg mehrere Monate getestet. Danach wurde das Musterfahrzeug zunächst wieder an die Herstellerfirma Rosenbauer zurückgegeben, um festgestellte Mängel zu beseitigen.

In den Genuss der neuen Distanzwaffe kommen zuerst die Länderpolizeien in Hamburg, Berlin, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Zwei Fahrzeuge werden noch 2010 übergeben, drei weitere in 2011 ausgeliefert. Der Stückpreis liegt über 900.000 Euro, bis 2019 ist die Anschaffung 78 neuer Geräte für insgesamt 75 Millionen Euro geplant. [Heise]

Da kann man ja für die Polizei in Stuttgart nur hoffen, dass die ihre neuen Wasserwerfer (“Jetzt mit noch mehr Druck aus der Spritze!”) noch rechtzeitig bekommen um gegen diese militanten Rentner und Schüler Demonstranten beim Bahnprojekt vorgehen zu können. Ob die Gegenseite ebenfalls aufrüsten wird und hinterher sich die Politik wieder beschwert wie renetent und brutal das Volk gegen seine Vertreter auftritt? Da muss man doch sein Volk gegen sich selbst beschützen, oder? [Ironie aus].

Übrigens: neue Abhör- und Peilwagen sind auch schon bestellt.

Song der Woche: Pink Floyd – Comfortably Numb (1979)

[...] Comfortably Numb ist ein Titel des Konzeptalbums The Wall der britischen Rockband Pink Floyd, der 1979 als Single veröffentlicht wurde. Geschrieben wurde er von David Gilmour (Musik) und Roger Waters (Text). Das Stück gilt als eines der entscheidenden Lieder auf dem Album und wurde von der Band seither regelmäßig bei Live-Auftritten gespielt.

Rockstar Pink, die Hauptfigur des Konzeptalbums The Wall, liegt in einem Hotelzimmer und ist aufgrund massiven Drogenmissbrauchs und psychischer Störungen nicht in der Lage, einen Konzertauftritt zu absolvieren. Um das Konzert nicht absagen zu müssen, wird eilig ein Arzt herbeigerufen, der Pink mit allerlei Medikamenten für die Show bereit machen soll. Während Pink von seinen Halluzinationen berichtet und feststellt, er sei „angenehm betäubt“ (englisch „comfortably numb“), interessiert sich der Arzt nur für die Verabreichung der Aufputschmittel, die seinem Patienten ermöglichen sollen, das Konzert zu geben.

In den Strophen, gesungen von Roger Waters, spricht der Arzt. Er ist mutmaßlich von Pinks Management herbeigerufen worden und versucht, den Künstler mit Hilfe von Medikamenten und gesprochenen Plattitüden (sinngemäß: „Das hier tut kaum weh“, „Dies wird dich wieder auf die Beine bringen“ usw.) für die Show bereit zu machen. Ob dem Arzt die Schwere von Pinks Problemen bewusst ist, wird nicht klar. Schon der einleitende Satz, den der Arzt an den psychisch abwesenden Pink richtet (sinngemäß: „Hallo, ist da jemand drin?“), kann sowohl als missglückter Versuch eines Scherzes als auch als zynischer Umgang mit Pinks Zustand verstanden werden.

Im Refrain (gesungen von David Gilmour) spricht Pink selbst und berichtet, die Stimme des Mediziners sowie sonstige Wahrnehmungen kämen für ihn von ganz weit her, wie „Der Rauch eines Schiffes am Horizont“. Weiter berichtet er von Halluzinationen, die durchmischt sind von vagen Kindheitserinnerungen. Er schließt jede Erzählung mit der Aussage, er sei nun in diesem Zustand „angenehm betäubt“.

Neben dem eindringlichen Text erklärt sich die Botschaft des Liedes auch durch zwei Gitarrensoli von David Gilmour: Während sich das erste Solo noch tonal an den von Pink gesprochenen Refrains orientiert und eher melodisch-romantisch angelegt ist, ist das zweite Solo (gespielt über die Akkorde der „Arzt-Strophen“) deutlich düsterer und aggressiver. Dies verdeutlicht die rapide Verschlechterung von Pinks Zustand. [Wikipedia]

Freiheit statt Angst

[...] Am Wochenende ist es nun soweit: Ein breites Bündnis von Bürgerrechtlern, Berufsverbänden und Gewerkschaften hat für kommenden Samstag in Berlin zu einer erneuten Großdemonstration für Datenschutz und gegen “den Überwachungswahn” in Wirtschaft und Staat geladen. Die Protestaktion steht – wie in den Vorjahren – unter dem Motto “Freiheit statt Angst”. Sie startet – am neunten Jahrestag der Terroranschläge des 11. September 2001 in den USA – um 13.00 Uhr am Potsdamer Platz. Von dort soll sich der Protestzug, zu dem die Veranstalter wieder mehrere zehntausend Teilnehmer erwarten, durch das östliche Zentrum der Hauptstadt vorbei am Gendarmenmarkt und dem Auswärtigen Amt über den Boulevard Unter den Linden und die Wilhelmstraße zurück zu seinem Ausgangspunkt erstrecken. Dort ist nach rund zwei Stunden eine Abschlusskundgebung geplant.

Die organisierten Unterstützer, zu denen unter anderem der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, der Chaos Computer Club (CCC), die Humanistische Union, Reporter ohne Grenzen und verschiedene Parteien gehören, wollen vor allem eine umfassende Protokollierung von Nutzern elektronischer Kommunikationsmittel verhindern. “Das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung haben wir per Verfassungsbeschwerde gekippt”, heißt es im Demo-Aufruf. Das nächste Ziel nach diesem Etappensieg müsse es nun sein, auch die entsprechenden EU-Vorgaben zur verdachtslosen Aufbewahrung von Telefon- und Internetdaten zu kippen. Weiter sei der elektronische Einkommensnachweis (ELENA) zwar “angeschlagen”, aber noch keineswegs gestoppt. Ähnlich verhalte es sich bei der Gesundheitskarte. Auch beim Gesetzesentwurf zum Arbeitnehmerdatenschutz handle es sich bislang noch vor allem um Augenwischerei.

[...]

Bereits im vergangenen Jahr demonstrierten Zehntausende gegen den Überwachungswahn. Unter dem Motto “Freiheit statt Angst” hoffen die Veranstalter auch in diesem Jahr auf eine große Mobilisierung.

Die Kundgebung war im vergangenen Jahr – nicht zum ersten Mal – von Polizeizugriffen auf einzelne Demonstranten überschattet worden. Videos im Internet hatten gezeigt, wie ein Ordnungshüter einen Radfahrer am Hemd zerrt, ein Kollege diesem ins Gesicht schlägt und der Mann dann zu Boden gedrückt wird. Die Schuldfrage ist ein Jahr danach noch nicht geklärt. Zur Zeit lägen die Akten zur Einsicht bei der Verteidigung der Polizisten, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der dpa. Der Anwalt des Radfahrers, Johannes Eisenberg, hatte schon vor einiger Zeit kritisiert, dass das Verfahren so lange dauert. Ermittlungen gegen den Radfahrer, den die Polizisten des Widerstandes gegen die Staatsgewalt beschuldigt hatten, wurden bereits eingestellt. Eine Zusammenstellung der Ereignisse aus verschiedenen Filmaufnahmen zeigte laut Eisenberg, dass der Radfahrer nichts getan habe, außer einen Gesetzeshüter nach dessen Dienstnummer zu fragen. [heise online]

Schleicher (KW 55)

Ranzwi schlich leise und mit leicht gebeugtem Oberkörper in einem weiten Bogen um die westliche Seite des Dorfes, huschte durch reifes Korn, welches wohl die Dorfbewohner angebaut hatten und nun nicht mehr ernten konnten (oder doch vielleicht in einigen Tagen, wenn die Langbärtigen vertrieben waren), sprang auf den wenigen Lichtungen von einem vereinzelten Baum zum nächsten oder – wenn kein Baum vorhanden – kroch er auf dem Boden weiter. Endlich erreichte er das erste Haus, oder viel mehr Hütte.

Ranzwi rannte in die Hütte, nicht ohne sich vorher zu vergewissern, das niemand dort drin war. Er stellte fest, das dies ein kleiner Stall war, wahrscheinlich für die Ziegen, die er vorhin gesehen hatte. Von den Hunden hatte ihn bis jetzt – Wodan sei Dank – noch keiner bemerkt.

Ranzwi suchte sich eine Stelle in der Hütte, von der er durch einen Spalt in der Bretterwand zu den anderen Gebäuden sehen konnte. Vor allem natürlich zu dem großen Gebäude, in dem die Langbärtigen das Mädchen verschleppt hatten. Zu hören war leider nichts. Oder vielmehr zum Glück, denn Schreie des Mädchens hätten Schlimmes ahnen lassen.

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Ranzwi und Tiwrich trennen sich (KW 54)

Er kletterte vorsichtig den Baum herunter, immer darauf achtend keine Ast zu bewegen. Das würde ihn sonst verraten. Unten angekommen schlich er zum Baum, auf dem er Tiwrich vermutete. Dort angekommen, erwischte er diesen als er gerade vom niedrigsten Ast sprang und mit einem „Platsch!“ auf dem vom Regen durchweichten Waldboden aufschlug.

„Tiwrich!“ Dieser schaute ihn erschrocken an, fing sich aber schnell wieder.

„Ranzwi. Ich hab dich schon weitem heranpoltern hören.“

„Ja, ja“, winkte dieser die Stichelei ab. „Die Langbärtigen sind im Dorf. Zumindest ein kleiner Trupp. Späher wahrscheinlich.“

„Ich weiß. Schließlich hab ich dort oben…“, er zeigt mit beleidigter Miene auf seinen Baum, „…nicht geschlafen.“

„Schon gut. Du musst zu Alfried und ihm Bescheid geben.“

„Und du?“

„Ich muss ins Dorf und die Langbärtigen weiter beobachten.“

„Wegen des Mädchens?“

„Du hast sie auch gesehen?“, fragte Ranzwi. Tiwrich antwortete nicht, tat stattdessen noch beleidigter. Natürlich war ihm das nicht entgangen!

„Gut, dann jetzt los. Wenn wir hier noch lange diskutieren, hat sich das sonst sowieso bald erledigt.“

„Aber komme nicht auf die Idee, sie befreien zu wollen!“, rief Tiwrich seinem Freund hinterher, als dieser los rannte. Er hielt kurz an, kam zurück und sagte in leiserem Ton: „Wo denkst du hin? Ich bin doch nicht wahnsinnig! Ich will nur beobachten, was sie mit ihr machen und ob sie sie irgendwohin schleppen.“

„Wieso glaube ich dir das nicht?“, antwortete Tiwrich, dann rannte auch los.

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Sie sind da! (KW 53)

Einer der Hunde bellte und irgendwo hinter ihm im Wald krächzte ein großer Rabe. Beides klang so unwirklich, als ob der Nebel bzw die Wolke die Laute verzerren würde. Bei Wodan!

Inzwischen war Ranzwi komplett durchnässt und ihm begann zu frösteln. Obwohl es noch Sommer war, kroch die Kälte nachts schon aus der Erde und konnte nur durch die morgendliche Sonne vertrieben werden, welche heute aber fehlte. Sollte er den Baum hinunter klettern, um sich einen Unterschlupf zu suchen bis der Regen vorbei war? Andererseits war er nun sowieso schon bis auf die Knochen nass, da würde etwas mehr Regen auch nichts mehr ändern. Er blieb sitzen und wartete geduldig, dass die Wolke verschwinden und den Blick wieder freigeben würde.

Langsam hörte der Regen auf und das Wolkentuch zerriss in kleine Fetzen, welche der Wind nun schnell davontrug und Ranzwi nun wieder den größten Teil des Dorfes sehen konnte. Dort herrschte Bewegung. Die Ziegen waren verschwunden und die Hunde hatten ihren Streit beigelegt und rannten nun hinter eines der größeren Gebäude. Kläffend kamen sie nach wenigen Minuten wieder hervor, gefolgt von einer Gruppe düster aussehender Männer. Es waren Langbärtige, wie man auch aus dieser Entfernung unschwer erkennen konnte. Zwei der acht Männer, die Ranzwi zählen konnte, trugen ein großes Schwert an ihrer Seite, während die anderen nur mit Speeren bewaffnet waren und die Schilde über ihren Rücken gehangen hatten, was den Regen etwas abhielt. Andere Männer oder gar Frauen und Kinder, welche ja nach Gerwins Auskunft ebenfalls unterwegs waren, konnte Ranzwi nicht sehen. Was aber nicht bedeutete, dass sie nicht in der Nähe waren. Wahrscheinlich waren diese acht Krieger nur die Vorhut oder die Kundschafter. Sie zerrten eine kleinere Person, wahrscheinlich ein Mädchen aus dem Dorf, welches sich versteckt hatte und nun entdeckt worden war, um das Gebäude herum und dort hinein. Was sollte Ranzwi nun tun? Dem Mädchen helfen bevor ihr Schlimmes widerfuhr? Oder Alfried melden, dass die Vorhut der Langbärtigen eingetroffen war?

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Baum und Wolke (KW 52)

Besonders bequem saß er nicht auf seinem armstarken Ast, obwohl er sich schon eine Astgabel ausgesucht hatte, die nahe am Stamm war, so dass er sich dort anlehnen konnte. Einen kleinen Teil des Dorfes, zwei kleine Häuser am westlichen Rande, konnte er von dort aus sehr gut sehen, um einen gesamten Überblick über die Gegend zu erhalten musste er sich jedoch aufstellen. Dort fand sich eine Lücke in der Baumkrone. Jedoch war da dieser verfluchte Nebel, welcher zwar ab und an aufbrach und den Blick frei gab, meistens allerdings alles in waberndes Grau hüllte. Hinzu kam die morgendliche Kühle und das Nass des Nebels, was eine unangenehme Mischung war.

Keine Ahnung wie lange Ranzwi nun schon hier oben saß, aber zum wiederholten Male erhob er sich nun aus seiner Astgabel und suchte die Gegend ab. Links von ihm, etwa fünfhundert Meter entfernt, saß Tiwrich. Das hatte Ranzwi schnell heraus gefunden, da sich in zu Beginn dort oft die Baumkrone bewegt hatte. Jetzt war es allerdings ruhig. Vielleicht war Tiwrich eingeschlafen, was für ihn nicht überraschend wäre. Weit rechts musste Tennatt in einem Baum sitzen, allerdings machte dieser seine Sache wesentlicher besser, da Ranzwi ihn noch nicht entdeckt hatte.

Geradezu befand sich das Dorf – eine Ansammlung von mehreren kleinen Gebäuden und einem größeren, unbefestigten Gehöft in der Mitte. Warum das Gehöft, oder das komplette Dorf, hier in dieser grenznahen Gegend nicht mit Turm und Palisadenzaun befestigt war, konnte sich Ranzwi nicht erklären. Vielleicht stand es noch nicht so lange. Zu sehen war niemand. Bis auf ein paar herumirrende Ziegen und zwei Wolfshunden, die sich im Schlamm um etwas bissen, war kein Lebewesen zu sehen.

Und jetzt fing es auch noch an zu regnen! Dunkle, graue Wolken hatten den Nebel verdrängt und senkten sich nun ihrerseits herab und verloren dabei stetig kleine Regentropfen. Ranzwi konnte nun minutenlang nichts mehr sehen, da sich ein Teil dieser Wolke auf seinen Baum gesetzt hatte und damit auch den Ausguck einhüllte.

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