Anwohner zeigt Stadt Trebbin an

Die Wut der Anwohner der inoffiziellen Umfahrung der Beelitzer Straße über Breitenweg und Pflaumenallee in Trebbin nimmt kein Ende. Jörg Brändel hat Anzeige gegen die Stadt wegen Gefährdung des Straßenverkehrs erstattet, sowie beim Kreis eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen das Ordnungsamt eingereicht: „Wenn die Stadt eine Strecke zugänglich macht, ist sie in der Sicherungspflicht.“ Er hat Fotos von Autos mit Platten, vom engen Begegnungsverkehr, von bedrängten Fußgängern.

„Keiner muss diese Straße nutzen, aber man kann Ortskundige nicht an Schleichwegen hindern“, sagt Hubert Grosenick, Leiter der kreislichen Straßenverkehrsbehörde. Die Nutzung des Weges erfolge auf eigene Gefahr. Die Dienstaufsichtsbeschwerde sei aber eingegangen und werde geprüft.

Sauer ist Trebbins Bürgermeister Thomas Berger (CDU). Er habe keinerlei Verständnis für den „puren Egoismus einiger Anwohner, die in Toplage wohnen und keinerlei Geduld aufbringen, wenn für alle Trebbiner bessere Bedingungen geschaffen werden“. Zudem seien die Anwohner zum Teil selbst schuld an den begrenzten Ausweichmöglichkeiten für Fußgänger. Auf städtischen Flächen hätten sie ihre Gärten erweitert, das sei geduldet. „Wenn sie uns nun Platzmangel vorwerfen, müssen wir die Flächen zurücknehmen.“ Ab Montag sei die Beelitzer Straße wieder einspurig frei: „Damit liegen wir genau im Zeitplan.“ (ada) [MAZ Online]

Tja, Herr Brändel, das ging dann wohl nach hinten los! Wie sagt schon ein altes Sprichwort? Erst Denken, dann Reden. Wäre aber auch zu schön, wenn die Grundstücke, die illegal in den letzten Jahrzehnten erweitert wurden, wieder auf ihre ursprüngliche Größe schrumpfen würden. Würde mich mal interessieren, was Herr Brändels Nachbarn zu seiner Aktion sagen …

Bundesverwaltungsgericht erlaubt in Schönefeld Flüge bis 24 Uhr

[...] Der Aiport Berlin-Brandenburg »Willy Brandt« kann am 3. Juni nächsten Jahres ohne weitere Einschränkungen in Betrieb gehen. Mit ihrer Entscheidung gegen die Klagen der Anwohner gaben die Leipziger Richter dafür grünes Licht. Grundlage war ein Urteil des selben Gerichts von 2006, in dem ein Flugbetrieb zwischen 0 und 5 Uhr untersagt und in den Randzeiten nur aus »nachvollziehbaren Gründen« erlaubt wurde. Daran hätten sich die Planer vom Brandenburger Infrastrukturministerium gehalten, entschied das Gericht.

Die Anwohner wollten dagegen auch die Flüge in den Randzeiten kippen. Doch da habe der Lärmschutz weniger Gewicht als das Verkehrsbedürfnis, urteilten die Richter. Es sei plausibel, dass es für Zu- und Abbringerflüge zu den Drehkreuz-Flughäfen, für Touristik- und Interkontinentalflüge geboten sei, in den Randstunden Flugverkehr zuzulassen. Durchschnittlich soll es nachts bis zu 77 Flüge geben, in Spitzenzeiten bis zu 103.

Erleichtert reagierten Politik und Wirtschaft. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) begrüßte die Entscheidung als »wichtig für die weitere wirtschaftliche Entwicklung«. Damit sei die Grundlage geschaffen, dass der Flughafen »zu einem der großen Drei« in Deutschland werden könne. Zugleich betonte er, dass der Airport-Betrieb in Einklang gebracht werden müsse mit den Interessen der Menschen. Der Dialog mit den Gegnern werde fortgesetzt. »Das war der letzte Meilenstein auf dem Weg zum neuen Flughafen«, freute sich Flughafenchef Rainer Schwarz. Der Flughafen öffne mit einer Kapazität von 27 Millionen Passagieren. Für Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) war es »ein guter Tag für Wirtschaft und Beschäftigung«.

Das sehen die Anwohner etwas anders. »Das Urteil ist eine Katastrophe für alle Menschen in Deutschland, die in der Nähe von Verkehrsflughäfen wohnen«, sagte Carl Ahlgrimm, der Bürgermeister der Gemeinde Großbeeren, die zu den Klägern gehörte. Der Bürgerverein Berlin-Brandenburg kündigte eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte an. Die »katastrophal falsche Standortentscheidung« werde nicht hingenommen. Der LINKE-Fraktionschef im Bundestag, Gregor Gysi, will sich dafür einsetzen, dass zumindest noch politisch im Sinne der Anwohner entschieden wird. [Neues Deutschland]

Erst kommt das Geld, dann der Mensch. Was für ein Scheiß System. Und Gut’ Nacht.

Unsere Straße wird erneuert #3

Die Seitenstreifen links und rechts von der Straße muss jeder Eigentümer selbst gestalten. Wer da eine Idee hat – her damit.

In der Mitte soll das Regenwasser ablaufen bzw versickern. So verdichtet wie es ist, sehe ich das noch nicht, dass es auch bei Starkregen funktioniert. Mal sehen, momentan haben wir ja gutes Testwetter.

Jets sollen sich vor der Landung auf dem BER die Zeit über Trebbin und Thyrow vertreiben

[...] Rund 240 bis 360 Jets werden ab nächstem Jahr täglich den Großflughafen Berlin Brandenburg International (BER) anfliegen. Zu den Stoßzeiten kann es da schon mal zu Staus am Himmel kommen. Die Warteschleifen werden jüngsten Berechnungen der Deutschen Flugsicherung (DFS) zufolge südwestlich von Trebbin und Thyrow verlaufen. Entgegen der eigentlichen Landerichtung sollen die Jets bis Bad Belzig in einem Bogen umgeleitet werden, bevor sie zum Anflug auf Schönefeld ansetzen.

Teile der Gemeinde Nuthe-Urstromtal liegen direkt unter den jetzt beabsichtigten Radarführungsstrecken auf der sogenannten Südbahn, die für Flugzeuge aus Richtung Süden kommend gilt. Die Route ist auf der Homepage der DFS einzusehen.

Welchen Lärm die in Warteposition befindlichen Flugzeuge verursachen werden, ist nicht vorhersehbar, sagt Patrick Strogies, Fluglärmschutzbeauftragter des Verkehrsflughafens Berlin-Schönefeld, auf MAZ-Anfrage: „Bisher ist noch nicht klar, in welcher Höhe sich die Flugzeuge in der Warteschleife befinden werden.“ Laut Grafik der Deutschen Flugsicherung sollen die Jets ab Bad Belzig nur noch in einer Höhe von 1200 Metern fliegen. „Das wäre der schlimmste Fall“, sagt Strogies. Müssten sie sich konstant auf dieser niedrigen Höhe halten, bräuchten die Flugzeuge Schub und das verursache Lärm: „Das ist nicht schön für die Anwohner.“

Der unabhängige Ombudsmann, der sich um Fluglärmbeschwerden kümmert, rechnet damit, dass die Warteschleifen nur zu den Stoßzeiten morgens und abends, insgesamt zwei Stunden täglich, beflogen werden. Wesentlich schwerwiegender sei die Fluglärmbelästigung in Gemeinden, die im Lande- und Startbereich lägen, sagt Strogies.

Trebbins Bürgermeister Thomas Berger (CDU) rechnet mit Überflügen in 2400 Metern Höhe. Großen Fluglärm befürchtet er nicht. „Abzuwarten bleibt allerdings, was die Landephasen von der Lärmentwicklung her für uns bedeuten.“ Berger stört vor allem die Ungerechtigkeit bei der Festlegung der Flugrouten. „Berlin bleibt verschont, und die umliegenden Städte und Gemeinden dürfen es ausbaden.“ Zuletzt hatten die geplanten Flugrouten für den Airport, vor allem in den hauptstadtnahen Regionen, für Proteste gesorgt. Viel Hoffnung, die neuen Pläne noch abwenden zu können, hat Berger nicht: „Das Ding ist gegessen.“

Entspannter bewertet Monika Nestler (Linkspartei), Bürgermeisterin der Gemeinde Nuthe-Urstromtal, die Flugrouten. Die Pläne der Deutschen Flugsicherung, laut denen die Jets ihre Runden über kleineren Ortschaften zwischen Luckenwalde und Trebbin drehen könnten, versetzen sie nicht in Panik: „Sicher ist doch noch gar nichts.“ Außerdem sei ihre Gemeinde durch den Schönhagener Flugplatz lärmerprobt. Natürlich werde sie sich mit der Problematik beschäftigen, wenn die Routen endgültig feststünden. Aber: „Fliegen wollen wir alle. Man kann nicht immer sagen: Den Lärm bitte für die anderen.“

Die Warteschleifen betrachtet auch Landrat Peer Giesecke (SPD) als zweitrangig. „Wir werden uns damit noch intensiv befassen, gegebenenfalls muss noch eine Optimierung erfolgen.“ Wichtiger sind für ihn derzeit jedoch die direkte Betroffenheit von Blankenfelde-Mahlow und die Durchsetzung des Nachtflugverbots.

http://www.dfs.de (Von Aglaja Adam) [MAZ]

Geißlers Selbstmontage

“Schlichter” Heiner Geißler ist mal wieder gehörig in ein selbstgestelltes Fettnäpfchen getreten und hat anscheinend nicht mal den Schneid das zu zugeben und sich für seine Äußerung vom “totalen Krieg” in Bezug zu Stuttgart 21 zu entschuldigen oder gar sich überhaupt mal zu erklären. Der Deutschlandfunk hat versucht zu ergründen, warum Geißler derart verbal entglitten ist – vergeblich.

Zum Nachhören hab ich das zehnminütige Interview mit dem DLF auf Dropbox hochgeladen.

Wenn Geißler dabei nicht so eine traurige Witzfigur abgeben würde, könnte man darüber lachen.

Einen schönen Kommentar zu der Thematik hat auch die Tagesschau.

 

Sexuelle Belästigung

Ist es eigentlich schon sexuelle Belästigung, wenn sich in der Bahn eine sehr sehr dicke Frau auf den Nebensitz quetscht, welcher natürlich nicht ausreicht und ihre Massen deshalb auch auf meinen Sitz überquellen und ich, in Ermangelung einer Ausweichmöglichkeit, mit ihren Fettpölsterchen an Po und Oberschenkel sehr intensiv in Kontakt trete?

Ich mag ja so schon nur wenig Körperkontakt, zu Fremden überhaupt nicht, aber das war extrem unangenehm für mich und erforderte eine enorme innerliche Kraftanstrengung, um nicht aufzuspringen und ihr angewidert vor das Schienbein zu treten.

Andererseits hätte ich sie auch einfach fragen können, ob wir jetzt gerade so etwas wie Sex haben.

Und warum müssen so dicke Menschen eigentlich nicht für 2 Sitzplätze bezahlen?

Hoffnung

Ein lautes “Rumms!” ließ mich die Augen öffnen. Trotz Ohrhörer und den lauten Nebengeräuschen der Regionalbahn war dieses einfache und dennoch furchtbare Geräusch nicht zu überhören gewesen.

Ich sah vor meinen Füßen einen jungen, korpulenten Mann lang ausgestreckt und mit dem Gesicht auf dem Boden liegend. Es war leicht zur Seite geneigt und Rotz lief ihm aus der Nase sowie tropften einige Blutstopfen von seinem Kinn. Für einen kurzen Moment dachte ich er ist tot, doch war er anscheinend nur bewusstlos geworden.

Ich sah mein Gegenüber auf der anderen Seite des Zwischenganges an und er verstand sofort. Gemeinsam hoben wir den jungen Mann hoch, der jetzt langsam wieder zu sich kam, und setzten ihn auf einen der Klappstühle. Die drei anderen Anwesenden, allesamt Frauen, kümmerten sich ebenfalls sofort – eine Flasche Wasser wurde besorgt, ein Stück Schokolade aufgedrängt und Papiertaschentücher gezückt.

Gibt es doch noch Hoffnung für unsere Gesellschaft?

Die Lust ist die Mutter des Wünschens und damit eine der Großmütter des Denkens. (Gregor Brand)

SA 7.20 Uhr  SU 17.51 Uhr

MA 0.07 Uhr  MU 9.04 Uhr

Polykarp