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… und zum einfacheren Lesen habe ich nun oben rechts im Layout eine “Schreibwerkstatt” eingerichtet, in der ich die einzelnen Geschichten und Kapitel nach Fertigstellung einstellen werde. Liest sich irgendwie bequemer und besser. Die ersten vier Kapitel von “Kornwulf” stehen bereits dort, das fünfte Kapitel ist momentan im Entstehungsprozeß und wird danach (nach Möglichkeit korrigiert) ebenfalls dort erscheinen. Ebenso der komplette erste Teil der “Wollhelm”-Geschichte, welche Anfang des Jahres hier auf diesem Blog entstand und auch ganz gut ankam.

Wollhelm, der tapfere Ritterswurm #62

[Wie alles begann]

[Vorheriges Kapitel]

“Bevor wir das Abenteuer mit dir erlebten, waren Franzl und ich auf dem Weg zu seinen Eltern”, sagte Wollhelm.

“Gut. Dann komme ich dorthin mit. Wo soll ich auch sonst hin”, antwortete Kei-juss. “Wo ist eigentlich dieser Mo?”

“Hier!”, ertönte es hinter ihnen. Der Hase trat aus einem niedrigen Gebüsch. Was hatte er denn dort gemacht? Mo schien diese Frage auf den Gesichtern seiner Gefährten lesen zu können, denn er sagte “War austreten!” und stellte sich neben sie. “Wegen mir können wir los!”

“Kommst du etwa mit zu Franzl’s Eltern?”

“Warum denn nicht?”

“Nun ja, ich glaube die sind im Gegensatz zu Franzl keine Vegetarier. Und du als Hase…ich meine…”

“Verstehe, aber dann könnte ich auch die Frage stellen warum ihr dorthin wollt. Füchse essen Igel und Regenwürmer ebenfalls sehr gern.”

“Stimmt. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht”, sagte Wollhelm und Kei-juss brummte ein “Ich auch nicht”.

“Ihr könnts doch irgendwo in da Nähe bloiben, währends i kurz mei Eltern b’such.”

“Gute Idee, Franzl. Und bis dahin oder spätestens dort werden wir schon ein nächstes Ziel gefunden haben. Also auf!”

[Ende]

Wollhelm, der tapfere Ritterswurm #61

[Wie alles begann]

[Vorheriges Kapitel]

Langsam beruhigte sich Wollhelm wieder. Auch das Seeungeheuer – so fern es wirklich eines war – war und blieb verschwunden. Wahrscheinlich lag es jetzt am Grund des Teiches und verspeiste seine Beute, den großen Raubfisch. “So ist das in der Natur”, sinnierte Wollhelm. “Da wird innerhalb kürzester Zeit der Jäger selbst zum Gejagten und dient einem weiteren Tier als Nahrungsgrundlage. Und selbst das Seeungeheuer wird wahrscheinlich irgendwann einem Räuber zum Opfer fallen.” Und Wollhelm als kleiner, schutzloser Regenwurm befand sich in dieser Nahrungskette ganz weit unten, das wusste er.

“So, Wollhelm”, weckte ihn Franzl aus seinen Gedanken. “Gemma weiter?”

“Wohin denn eigentlich?”, fragte Kei-juss mit seiner sonoren Stimme. Es würde anscheinend noch ewig dauern bis er seinen Lebensmut wiederfand. Vielleicht würde das aber auch nie passieren, weil er vor seiner unfreiwilligen gesellschaftlichen Isolierung auch schon an Depression gelitten hatte!?

[Nächstes Kapitel]

Wollhelm, der tapfere Ritterswurm #60

[Wie alles begann]

[Vorheriges Kapitel]

Doch nun war es zu spät um zu bereuen, das er Fridolin in Stich gelassen hatte. Im nächsten Augenblick würde Wollhelm tot sein. Verschluckt und gefressen von einem riesigen Fisch, in dessen Maul er bereits sehr weit hinein schauen konnte, denn der Fisch – ein Karpfen wahrscheinlich – war nur noch wenige Zentimeter von ihm entfernt.

Doch plötzlich schwappte eine weitaus größere Welle als die des Fisches vor ihnen hoch und nahm Wollhelm jegliche Sicht. Nur schemenhaft konnte er ein riesiges behaartes Tier erkennen, welches kurz auftauchte, sich den Fisch schnappte und wieder untertauchte. Was für ein Seeungeheuer war denn das gewesen? Und in was für ein Abenteuer war Wollhelm nun wieder hinein geraten? Wie Jonas wäre er fast von einem riesigen Fisch verschluckt worden, war jedoch von einem noch größeren Seeungeheuer gerettet worden!?

So schnell er konnte schwamm er ans Ufer, wo bereits Mo und die anderen beiden auf ihn warteten.

“Mei, wos worn dös?”, fragte Franzl, der noch immer ein nasses Fell vom Baden mit Kei-juss hatte. Dieser sah jetzt wesentlich freundlicher und sauberer aus und roch auch nicht mehr so stark.

“Habt ihr das gesehen?”, rief Wollhelm, der immer noch völlig aufgeregt war. “Erst wollte mich ein Fisch verschlingen und dann kam dieses Seeungeheuer und hat sich den Fisch geschnappt. Konntet ihr erkennen was es war?” Kopfschütteln.

[Nächstes Kapitel]

Wollhelm, der tapfere Ritterswurm #59

[Wie alles begann]

[Vorheriges Kapitel]

Was nun? Erstarren und sich tot stellen? Eine Möglichkeit, aber damit würde er sich selbst zur Untätigkeit verurteilen. Was würde ein Ritter in einem solchen Abenteuer tun? Kämpfen. Wollhelm und kämpfen? Gegen einen Fisch, der zwanzigmal so groß war wie er selbst? Aussichtslos. Das hieße ja sich ins offene Messer stürzen. Aber was dann?

Das einzige was er tun konnte war schwimmen, schwimmen und um sein Leben schwimmen. Das Ufer war doch nur etwa fünf Meter weg! na gut, für einen kleinen Regenwurm waren fünf Meter wie fünfhundert Meter, aber eine andere Chance hatte er nicht. Also los!

Den ersten Teil der Strecke kam er auch ganz gut vorwärts und der Fisch war nicht zu sehen, doch plötzlich – praktisch wie aus dem Nichts – tauchte rechts von Wollhelm erst eine Welle, dann ein weit geöffnetes Maul mit kleinen spitzen Zähnen auf. Wollhelm war verloren!

Sein letzter Gedanke galt Fridolin, der auf Wollhelm’s Insel sehr wahrscheinlich mit einem leckeren Essen auf die Rückkehr seines besten und einzigen Freundes wartete. Ach, wäre er doch nur zu Hause geblieben.

[Nächstes Kapitel]

Wollhelm, der tapfere Ritterswurm #58

[Wie alles begann]

[Vorheriges Kapitel]

Behutsam senkte Mo seine Pfoten, auf denen immer noch der völlig vertrocknete Wollhelm lag, ins Wasser, so dass sich der kleine Körper des Regenwurms wieder mit Feuchtigkeit vollsaugen konnte. War das ein Labsal für Wollhelm! Er spürte wie der Lebenswille langsam wieder zurückkehrte. Nach einigen Minuten des Erholens wurde Wollhelm mutiger und glitt von Mo’s Pfoten, der seine Mütze zurück behielt.

Wollhelm schwamm etwas ins tiefere Wasser, er schlängelte hierhin und dorthin, freute sich über Franzl und Kei-juss die mittlerweile wie kleine Kinder spielten und er freute sich über das klare, angenehm temperierte Wasser. Unter sich konnte er grüne Pflanzen und hellen Sand sehen und kleinere Tiere wie Wasserschnecken und Wasserspinnen und … was war das gewesen?

Ein großer Schatten war dort unten entlang gehuscht und Wollhelm musste nicht lange überlegen um zu wissen das es nur ein Fisch gewesen sein konnte. Ein Fisch! Wollhelm bereute seine Unachtsamkeit, das er so weit hinaus geschwommen war. Denn was fraß ein Fisch am liebsten? Genau! Würmer!

[Nächstes Kapitel]

Wollhelm, der tapfere Ritterswurm #57

[Wie alles begann]

[Vorheriges Kapitel]

Der Tümpel war dann doch eher ein kleiner Teich, der für Wollhelm schon fast einem kleinen See gleichkam. Und wie sie nun feststellten und Mo ihnen bestätigte waren sie die ganze Zeit über im Kreis gelaufen. Und Franzl hatte Recht gehabt. Sie hätten nur einmal nach links abbiegen müssen, dann wären sie direkt auf den Teich zugelaufen.

Und zum Glück für die drei war Mo ihnen hinterher gekommen, denn sonst wären sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit verdurstet. Franzl stürzte sich in den Teich hinein, als er das Wasser sah, Kei-juss trottete in seiner phlegmatischen Art einfach nur hinein, bis nur noch die Nasenspitze aus dem Wasser guckte. Beide mussten von Mo ermahnt werden nicht zu viel auf einmal zu trinken, da ihnen sonst schlecht werden würde.

[Nächstes Kapitel]

Wollhelm, der tapfere Ritterswurm #56

[Wie alles begann]

[Vorheriges Kapitel]

Nein, das war keine Halluzination! Das war wirklich Mo, der alte Schlawiner!

“Kann man … euch”, schnaufte er, während er neben Franzl her rannte und mit Wollhelms Mütze wedelte. “Nicht mal … kurz … aus den Augen … lassen. Verdammt, jetzt halt doch endlich an!” Endlich hielt Franzl an und schaute Mo aus trockenen, glasigen Augen an, als würde er ihn nicht erkennen. Kei-juss hatte nicht mitbekommen das Franzl angehalten hatte und donnerte ihm ungebremst hinten rein, so dass Wollhelm, der schon lange nicht mehr die Kraft hatte sich festzuhalten, herunter purzelte und vor Mo liegen blieb. Der setzte ihm die Mütze auf und nahm ihn vorsichtig hoch.

“Oh je, du bist ja so ausgetrocknet, da muss man ja aufpassen das man dich nicht zerbricht”, sagte er und schaute die anderen beiden an. “Na ja, ihr seht ja auch nicht gerade besser aus. Hättet ihr noch eine halbe Stunde hier draußen umher geirrt, dann wär’s das wohl gewesen, fürchte ich. Man kann euch wirklich keinen halben Tag alleine lassen! Nun kommt, hier in der Nähe ist ein Tümpel.”

“Hab i do glei g’sogt”, murmelte Franzl, trottete aber schließlich Mo hinterher.

[Nächstes Kapitel]

Wollhelm, der tapfere Ritterswurm #55

[Wie alles begann]

[Vorheriges Kapitel]

Irgendwo in weiter Ferne hörte er einen Specht wie wahnsinnig hämmern, dann kreiste ein riesiger Vogel hoch über ihnen und langsam verlor Wollhelm den Bezug zur Realität, so glaubte er, denn ihm schien es als würde sich die Zeit dehnen wie ein Gummi. Würde die heiße Mittagssonne denn niemals enden?

Dann begleitete sie ein farbenfroher Schmetterling für einige Zeit und Wollhelm beobachte wie er aufgeregt hin und her flatterte. Franzl und Kei-juss hatten keine Augen und Ohren für all diese Sachen, selbst wenn Wollhelm die Kraft gehabt hätte darauf aufmerksam zu machen.

Er war jetzt bereits so weit ausgetrocknet das er sich nicht mehr bewegen konnte. Lediglich den Kopf konnte er mit großen Mühen etwas zur Seite drehen. Mehr nicht. Plötzlich hörte er ein Schnaufen und ein Klopfen. Waren das die Halluzinationen, die man kurz vor dem bitteren Ende bekam? Es schien so, denn als Wollhelm nach rechts sah, glaubte er Mo zu sehen, der schnaufend neben ihnen her rannte. Und hielt er nicht Wollhelms Mütze in der Hand?

[Nächstes Kapitel]

[Wie alles enden wird]

Wollhelm, der tapfere Ritterswurm #54

[Wie alles begann]

[Vorheriges Kapitel]

Die Sonne brannte heiß auf die drei herab. Wollhelm lag auf dem Rücken von Franzl und konnte sich kaum noch bewegen, so erschöpft war er. Selbst Franzl quälte sich mühsam voran. Und war Kei-juss noch da? Wollhelm musste den Kopf etwas anheben, was ihm extrem schwer fiel. Ja, da hinten trottete er wie gehabt hinter Franzl her und machte ein mißmutiges Gesicht. Lange würden sie das nicht mehr durchhalten.

Ab und an streifte sie der zarte Schatten einer verkrüppelten Kiefer, die hier vereinzelt im sandigen Boden wuchsen. Dann huschte jedesmal ein Hauch von Hoffnung über Wollhelms Gesicht. Er war doch nicht aufgebrochen und hatte bereits ein Abenteuer überstanden, nur um dann hier in der Sonne zu vertrocknen. Seine Mütze rutschte ihm zum wiederholten Male in den Nacken, diesmal schob er sie aber nicht zurück. War eh viel zu warm für eine Wollmütze. Sie rutschte von Franzl’s Rücken und viel in den Staub. Kei-juss kam an ihr vorbei, er schaute sie nur kurz an, ging dann aber unbeeindruckt weiter.

[Nächstes Kapitel]

[Wie alles enden wird]