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Kaum haben CDU und SPD mit der Internetsperre gegen Kinderpornographie den ersten Schritt in Richtung umfassender Zensur und weiterer Unmündigkeit/Gängelei der Bürger gemacht, holen sie schon zum nächsten Schlag aus – dem sogenannten Killerspieleverbot. Hauptsächlich Ego-Shooter und Actionspiele „bei denen ein wesentlicher Bestandteil der Spielhandlung die virtuelle Ausübung von wirklichkeitsnah dargestellten Tötungshandlungen oder anderen grausamen oder sonst unmenschlichen Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen ist“ sollen in Deutschland weder hergestellt noch vertrieben werden dürfen.

Da ich bereits in gesetzterem Alter bin spiele ich natürlich nicht mehr intensiv am Computer und Ego-Shooter reizen mich sowieso nicht mehr, aber ich finde darin nur wieder die Bestätigung das unsere Politiker den Bezug zur Realität verloren haben und anscheinend wirklich überhaupt keine Ahnung von den Neuen Medien und/oder dem Internet und/oder Games haben. Stattdessen findet wieder eine Verallgemeinerung statt. Demnach sind alle, die solche Games spielen, kriminalisiert. Und wenn man es genau nimmt, dann passen in diese Beschreibung der Spiele auch solche Games wie Lemminge oder Siedler (aktuelle fallen mir gerade nicht ein, weil ich – wie gesagt – keine Zeit mehr für Games habe).

Als Begründung wird der Amoklauf von Winnenden angeführt. Aha! Als Jugendlicher habe ich auch Doom u.ä. gespielt, aber bin ich deshalb zum Amokläufer geworden? Die Ursachen für solche Tragödien liegen doch ganz woanders, das haben auch etliche Studien zu diesen „Killerspielen“ gezeigt: Wer nicht von sich aus eine enorme Aggression und niedrige Hemmschwelle in sich trägt, der wird auch nicht durch diese Spiele zum Amokläufer. Aber dort die eigentlichen Ursachen zu erforschen und dagegen vorzugehen, wäre natürlich wesentlich zeitaufwändiger, teurer und für Politiker kurz vor der Wahl unpopulärer.

In einer Online-Petition  – die man hier auf der Seite des Bundestages unterschreiben kann – wird nun die Abkehr von dieser Politik gefordert. Der Initiator Peter Schleußer schreibt im Petitions-Text:

„Vielmehr gilt es, Kinder und Jugendliche vor Inhalten zu schützen, die nicht für ihr jeweiliges Alter freigegeben sind. In Deutschland gelten schon jetzt die europaweit strengsten Gesetze; Mitte 2008 wurde das Jugendschutzgesetz auf Initiative von Bundesfamilien-ministerin Ursula von der Leyen noch einmal erweitert.

Seit 1. April 2003 versieht die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) Computer- und Videospiele – analog zu Spielfilmen – mit eindeutigen, auffälligen Alterskennzeichnungen; fünf Prozent der im Jahre 2008 geprüften Spiele sind auf ein erwachsenes Publikum zugeschnitten und werden daher mit „Keine Jugendfreigabe“ eingestuft.

Diese Kennzeichnung ist ein hoheitlicher Verwaltungsakt durch die Obersten Landesjugendbehörden.

Produkte, die den strengen Kriterien nicht genügen, werden nicht gekennzeichnet und können demnach von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) indiziert werden.

Als volljähriger Bürger und Wahlberechtigter bitte ich Sie nachdrücklich,

  • den irreführenden und diskriminierenden Begriff „Killerspiele“ aus der politischen Diskussion zu nehmen.
  • das Vertrauen der Öffentlichkeit in die bestehenden staatlichen Jugendschutzmechanismen zu stärken.
  • den Vollzug bestehender Gesetze zu verbessern und zu gewährleisten, dass Kindern und Jugendlichen nur Computer- und Videospiele entsprechend der USK-Jugendfreigabe zugänglich gemacht werden.
  • Eltern, Pädagogen sowie erzieherisch verantwortliche Personen bei der Förderung der Medienkompetenz zu unterstützen.
  • die Computer- und Videospiele-Branche in Deutschland und insbesondere die Ausbildung in diesen zukunftsträchtigen Berufen zu fördern.“
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