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Hoffentlich wird nichts aus meinem Rucksack geklaut. Obwohl. Eigentlich ist nichts wichtiges drin, oder? Mein Terminplaner, Pausenbrot, ein Schokopudding, eine Packung Taschentücher, Schmerztabletten, etwas Geld und der Fahrschein für die Berliner Bahn. Wenn ich jetzt von einem Auto überfahren werde und versucht wird anhand des Inhalts meines Rucksacks zu ermitteln, wo ich herkam und wo ich hin wollte!? Oder WER ich war.

Der fette Kerl links hinter mir hat sich bewegt. Ich habs genau gerochen. Furchtbar. Noch nicht mal acht Uhr und schon riecht er als ob er seit Tagen in den selben Klamotten unterwegs wäre. Zum Glück muss ich sein Geschnaufe, welches er mit Sicherheit bei jeder seiner Bewegungen macht, nicht hören, da ich natürlich einen MP3-Player mit Kopfhörer nutze. Einen iPod natürlich. Und natürlich nutze ich ihn auf meiner alltäglichen Fahrt mit der Bahn. Ansonsten könnte ich das nicht aushalten. Manchmal hasse ich die Menschen.

Die hübsche Blondine direkt vor mir hat sich leider noch nicht so viel bewegt. Dabei ist sie bereits Tempelhof eingestiegen und wir sind jetzt schon Sonnenallee. Der Grund wird sein, das ich ihr in den Nacken schnaufe, so wie der fette Kerl mir in den Nacken schnauft. Ich weiß nicht was mir unangenehmer ist.

Die S-Bahn hält mit einem Ruck und als sich die Türen öffnen wird schnell klar: aussteigen will hier keiner, zusteigen einige. Es wird noch unangenehmer, als sich die Proleten ohne Rücksicht in das Abteil quetschen und selbst die ersten kritischen Stimmen ignorieren. Sie sind hier zu Hause. Das ist ihr Kiez, hier dürfen sie das. Zwei Stationen weiter müssen sie vorsichtig sein.

Von irgendwoher in unmittelbarer Nähe plärrt ein Handy eines dieses neuen Charttitel, wahrscheinlich Lady Gaga, und vor mir bewegt sich die Blondine. Nur eine kurze Bewegung und sofort korrigiert sie die Stellung ihres gut gerundeten Hinterteils weg von meiner Leistengegend. Ein Schwall süssliches Parfüm schwappt zu mir herüber, als sich ihr Kopf bewegt und ich ihr Gesicht sehen kann. Leider kann es nicht halten was ihr Körper versprochen hatte.

Nächste Station Treptower Park. Hier muss ich raus, jedoch schiebt sich brachial und unaufhaltsam wie eine Lawine der fette Kerl von links hinter mir vorbei und schnauft dabei wie eine Dampflokomotive. Das kann ich sogar trotz Kopfhörer hören.

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