Schlagwörter

, , , , , , , ,

Und hier nun die dritte Geschichte aus Teddy’s Tagebuch.

Was für eine Überschrift. Sie weckt die Erwartung auf eine sehr lange Geschichte über mich und meine Erfahrungen mit diesen drei schwerwiegenden Worten: Abschied, Wiedersehen und Liebe. Ich glaube, alle drei sind sehr stark miteinander verknüpft. Man muss von jemanden Abschied nehmen, den man irgendwann wieder sieht und vielleicht sogar einmal geliebt hat. Doch manchmal muss man von jemandem für immer Abschied nehmen und man kann sich nicht mit der Hoffnung ihn wieder zusehen über die dunklen Stunden und Tage hinwegretten. Dann bleibt einem nur die Möglichkeit sich durch diese dunkle Zeit zu kämpfen und darauf zu warten, dass die Zeit die Wunden heilt. Und das macht sie immer – irgendwann. Nach der Trauer und vielleicht auch der Wut über seine eigene Hilflosigkeit bleiben dann die Erinnerungen an denjenigen, von dem man Abschied nehmen musste. Ich denke, jeder musste schon einmal in seinem Leben diese Erfahrung machen und weiß wovon ich spreche.

In meiner ersten Geschichte erwähnte ich kurz Stinky und Blinky, die beiden Perserkatzen, mit denen ich mehr als zwei Jahre zusammenleben musste. Ich schrieb, dass dazu später mehr zu lesen sein würde. Ich fürchte, dass ich diese Versprechung nicht einhalten kann, da wir im September letzten Jahres getrennt wurden. Ich sage das mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn einerseits kann ich Katzen nicht ausstehen und es bereitet mir keinen größeren Spaß, als sie durch die Wohnung oder den Hof zu jagen. Andererseits mochte ich die beiden aber. Sie haben mich in Ruhe schlafen lassen, haben mir etwas von ihrem Futter im Napf gelassen und waren immer sehr neugierig wenn ich ihnen von der großen Welt „dort draußen“ erzählte. Doch im September zog Frauchen aus der Wohnung und Stinky und Blinky kamen in ein kleineres aber besseres Zuhause. Ich habe sie schon einige Male besucht und festgestellt, es geht ihnen dort sehr gut. Auch Frauchen sehe ich unregelmäßig und sie freut sich, wenn ich schwanzwedelnd angerannt komme und an ihr hochspringe. Auch wenn Herrchen in den ersten Wochen nach der Trennung sehr traurig war glaube ich schon, dass der Zeitpunkt für die Trennung gut war. Vielleicht schon längst überfällig, aber noch rechtzeitig genug, um nicht in Hass und Streit auseinander zu gehen. Und auch wenn keine größeres Gefühl mehr zwischen den beiden ist, aber wenigstens können sie jetzt gut miteinander reden, was früher nicht der Fall war. Manchmal muss man eben erst auf Distanz gehen, um den anderen respektieren zu können. Zum Glück blieben mir auch noch die regelmäßigen Besuche auf dem Bauernhof, wo es viele Hühner, Gänse, Katzen und Cora und Bobby, die beiden Hündinnen, gibt. Mit ihnen verbindet mich ein inniges Verhältnis, auch wenn Bobby schon sehr alt und Cora so unglaublich riesig ist. Aber es gibt nichts schöneres, als mit beiden über die Wiesen zu streunen oder mit Cora in der warmen Sonne zu kuscheln. Eines Tages hieß es von Herrchen Abschied zu nehmen, denn er fuhr für viele Tage weit weg. Wie ich erst später erfuhr war er vier Wochen in Amerika. Davon hat er mir aber nichts gesagt, sondern lieferte mich nur auf dem Bauernhof ab, sagte Tschüss und weg war er. Eigentlich nichts ungewöhnliches, aber nach einigen Tagen kam ich doch ins Grübeln, ob er mich nicht bald abholen würde. Bobby ging es bald schlecht, sie schlief und aß kaum noch und trank sehr viel. Dann war sie plötzlich verschwunden und nach einiger Suche fanden Cora und ich sie schließlich im Stall. Sie lag dort auf einer alten Decke, war nicht ansprechbar und bewegte sich kaum noch. Cora und ich blieben bei ihr und jaulten, um ihr zu zeigen, wie traurig wir waren, dass sie von uns Abschied nehmen würde. Irgendwann bewegte sie sich nicht mehr und ihre Augen blickten starr auf einen Punkt an der Wand. Sie war gegangen.

Die folgenden Tage war ich sehr traurig, nicht nur über den Verlust von Bobby, sondern auch, weil Herrchen nicht wieder erschien. Ob er jemals wiederkommen würde? Mit jedem weiteren Tag schwand die Hoffnung. Dann kam endlich der Tag des Wiedersehens. Ich lag in der Wohnstube auf der Couch, als plötzlich ein großer, schlaksiger Mann mit einer komischen Mütze auf dem Kopf und langen Haaren in der Tür stand und meinen Namen nannte. Ich erkannte ihn nicht. Sollte das mein Herrchen sein? Ich musste an ihm schnuppern, dann würde ich es genau wissen. Und tatsächlich! Er war es. Ich konnte mich nicht halten vor Freude. Ich sprang im Kreis, an ihm hoch, strich meinen Kopf an seinen Beinen und ließ mich von ihm streicheln. Endlich!

Seit dem letzten Wochenende ist nun offiziell Frühling und auch das Wetter war diese Woche dementsprechend: viel Sonne und schön warm. Zum Glück gefällt das Herrchen auch sehr gut und deshalb drehen wir jeden Tag drei Mal eine halbe Stunde unsere Runde. Und wie das so ist, kaum steigen die Temperaturen klettert auch der Hormonspiegel nach oben. Plötzlich sieht man überall so hübsche Mädchen und man kann sich kaum bremsen vor Gefühlen. Herrchen ist mal wieder schwer verliebt und ich mach da auch keine Ausnahme. Allerdings stehe ich auf mehr Körperbehaarung und da hat es mir eine kleine süße Rauhaardackeldame angetan. Die Woche haben wir uns zweimal gesehen und ich finde es niedlich, wie sie sich immer sofort auf den Rücken wirft, wenn sie mich sieht, und mit ihrem kleinen Schwänzchen wackelt. Ach, wann werde ich sie nur wiedersehen?

Advertisements