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Insgesamt sind knapp 29.000 Unterschriften für die Petition gegen den Ausverkauf der Brandenburger Seen zusammen gekommen. Eine beachtliche Zahl, nötig wären aber 50.000 gewesen. Damit ist die Petition erstmal gescheitert und der Weg ist für die bundeseigene Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) frei, wie geplant bis zu 300 Seen in Brandenburg an Privatpersonen oder Unternehmen zu verkaufen. Bereits zum Verkauf stehen der Fahrlander See bei Potsdam und der Schulzensee bei Fürstenberg.Umwelt- und Agrarstaatssekretär Dietmar Schulze (SPD) schlägt jetzt – wo das Kind eigentlich schon in den Brunnen gefallen ist – ein Moratorium vor, um eine Lösung zu finden, die auch den Kommunen entgegen kommt. Diese haben zwar ein Vorkaufsrecht, in der Regel können sie aber bei den hohen Preisen nicht mithalten. Denkbar wäre für den Staatssekretär, die touristisch genutzten Seen aus dem Verkaufskatalog herauszulösen.

Ein abschreckendes Beispiel ist der Wandlitzer See, der 2003 an die Firma Teutonia verkauft wurde. Der Knackpunkt war jedoch, das nicht das Gewässer sondern auch das Ufer den Besitzer gewechselt hat, da der Seeverlauf von 1906 Verkaufsgrundlage war. Seit dem streiten Teutonia, Sportvereine und Gemeinde vor Gericht um die Nutzungsrechte.

Nach dem Scheitern der Petition des BUND schaltet sich nun eine weitere Umweltschutzorganisation ein. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) will sich bei den Verkäufen der Seen einschalten udn versuchen zumindest 100 Seen zu erwerben. Allein im Landkreis Teltow-Fläming könnten acht Seen mit einer Fläche von mehr als 500 Hektar, der größte davon ist mit 275 Hektar der Mellensee, verkauft werden. Der Nabu Brandenburg, die Nabu-Stiftung Nationales Naturerbe und regionale Gruppen besitzen derzeit bereits 21 Seen in Brandenburg. Diese wurden entweder vom Nationalen Naturerbe an den Nabu übertragen oder mithilfe von Spendengeldern und Stiftungen von der BVVG gekauft. Zu den Seen des Naturschutzbundes gehören unter anderem der Plötzensee im Barnim, der Klostersee Altfriedland und der Krebssee bei Bertikow in der Uckermark.

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