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alleen_wilfriedlanguschBrandenburg ist Alleenland: Rund 8.000 km Alleen gibt es hierzulande, soviel wie in keinem anderen Bundesland. Alleen charakterisieren unsere Landschaft seit Jahrhunderten, geben Heimatgefühl, sind Attraktion für Besucher, verbessern die Luftqualität, bieten gefährdeten Tierarten Lebensraum und tragen zum Biotopverbund bei.
Doch Brandenburgs Alleen sind gefährdet.

Die von der Landesregierung 2007 vorgestellte Alleenkonzeption wird vom Infrastrukturministerium gerne als vorbildlich dargestellt. In Wirklichkeit führt sie zum Verlust von mindestens 100.000 Alleebäumen und zum Verschwinden ganzer Alleen. Wenn diese Alleenkonzeption umgesetzt wird, würde sich die Landschaft Brandenburgs verändern wie durch kaum eine andere politische Entscheidung. Die Alleen als Markenzeichen des Landes würden nach und nach verschwinden. Setzt mit Eurer Unterschrift auf den Seiten der Volksinitiative ein Zeichen gegen diese Willkür!

Die Forderungen der Volksinitiative, die am 17.8. startete, lauten:

Die Landesregierung wird aufgefordert, die „Konzeption zur Entwicklung von Alleen an Bundes- und Landesstraßen in Brandenburg“ von 2007 außer Kraft zu setzen. Stattdessen sollen verbindliche Regelungen zum Schutz und zur Entwicklung von Alleen an Bundes- und Landesstraßen erlassen werden, die auf folgenden Grundsätzen aufbauen:

* Nachpflanzungen von Alleebäumen, die aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden, mindestens im Verhältnis 1:1

* Nachpflanzung innerhalb eines Jahres nach der Fällung, um den jetzigen Alleebaumbestand ständig und dauerhaft mindestens auf dem jetzigen Niveau zu halten

* Veröffentlichung jährlicher Statistiken der gefällten und gepflanzten Bäume und der Nachpflanzverpflichtungen

* Bestmöglicher Schutz vorhandener Alleebäume vor Beeinträchtigungen.

Begründung der Volksinitiative „Rettet Brandenburgs Alleen!“

Mit Beschluss vom 13.6.2006 hatte der Landtag festgestellt, dass Alleen ein Markenzeichen für das Land Brandenburg sind, die Erlebnisqualität der Landschaft steigern sowie ein Wirtschafts- und wertvolles Kulturgut darstellen. Der Landtag sprach sich für die Erhaltung der Alleen aus und forderte die Landesregierung auf, eine Alleenkonzeption für Bundes- und Landesstraßen vorzulegen.

Die daraufhin vom Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung (MIR) vorgelegte Konzeption wird dem Ziel des Alleenerhaltes nicht gerecht. Sie wird vielmehr absehbar zu einer schnellen Ausdünnung und zum großflächigen Verschwinden von Alleen führen. Wesentlicher Grund dafür ist die Aufgabe der zeitnahen Nachpflanzung von Alleebäumen im Verhältnis 1:1 zugunsten einer festen Nachpflanzzahl, die für viele Jahre viel niedriger liegen wird als die Zahl zu fällender Bäume. Nach eigenen Berechnungen des MIR wird dies bis 2025 zu einem Rückgang des Alleenbestandes um mindestens ein Drittel führen. Das anschließende, vom MIR prognostizierte Anwachsen des Alleenbestandes bis zum Erreichen des heutigen Bestandes etwa im Jahr 2060 würde nur eintreten, wenn weiterhin jährlich die heute festgelegte Pflanzzahl eingehalten wird. Das kann heute aber niemand garantieren oder auch nur wahrscheinlich machen. Große Teile der Alleen würden für viele Jahre, wahrscheinlich für immer aus der Landschaft verschwinden.

Das Brandenburgische Naturschutzgesetz schreibt in § 31 (2) eine Nachpflanzung von Alleebäumen „rechtzeitig und in ausreichendem Umfang“ vor. Zusätzlich ist in § 72 (2) vorgeschrieben, dass Nachpflanzungen von Alleebäumen angeordnet werden müssen, wenn es durch Fällungen zu einer Bestandsminderung kommt. Die mit der Alleenkonzeption des MIR vorgesehene Abkehr von einer 1:1-Nachpflanzung verstößt damit klar gegen das Naturschutzgesetz. Leider kann dies wegen fehlender Klagebefugnis nicht von einem Gericht gerügt werden. Deshalb wählen wir den Weg der Volksinitiative, um ein politisches Bekenntnis zum dauerhaften Erhalt der Alleen zu erhalten.

Ein wesentlicher Faktor für die Durchsetzung des Alleenschutzes ist die öffentliche Kontrolle. Diese war bisher nur eingeschränkt möglich. Zwar wurden die Zahlen gefällter und gepflanzter Alleebäume jährlich veröffentlicht, doch fehlte die Angabe der Soll-Zahl zu pflanzender Bäume (durch höhere Ausgleichsverpflichtungen bei Baumaßnahmen weicht diese deutlich vom Verhältnis 1:1 ab). Nur bei gleichzeitiger Bekanntgabe der Soll-Zahlen für Nachpflanzungen kann die Öffentlichkeit nachvollziehen, ob die Verpflichtungen erfüllt und die Ziele erreicht wurden.

Weiterhin sind Festlegungen erforderlich, die wirksamer als bisher schädigende Einflüsse auf Alleebäume wie Wurzelbeschädigungen, Tausalz und unfachgemäße Pflege minimieren sowie eine stärke Berücksichtigung des Baumschutzes bei Baumaßnahmen regeln.

Träger der Volksinitiative

NABU Brandenburg

BUND Brandenburg

NaturFreunde Brandenburg

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Brandenburg

GRÜNE LIGA Brandenburg

ROBIN WOOD

Verkehrsclub Deutschland Brandenburg

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