Schlagwörter

, , , , , , , , , , ,

Der Wahlkampf treibt mitunter merkwürdige Blüten wie unten stehende Mitteilung von Wahlbotschafter.de zeigt. Da reiben sich zwei Brandenburger CDU-Politiker am Ranking der Seite (man kann die Kandidaten für die Landtagswahlen beurteilen) auf, in dem sie dieses derart manipulieren, dass sie vordere Plätze im Ranking einnehmen. Nur um dann zu behaupten, das Ranking gehört abgeschafft! Wovor haben Sie Angst? Das sie bei der ursprünglichen, also demokratischen Variante der Beurteilung durch Leser eher hintere Plätze einnehmen?

Schön ist auf Wahlbotschafter.de übrigens auch, dass man in direkten Kontakt zu den Kandidaten treten kann und z.B. Fragen stellen kann die derjenige dann beantwortet. Ich hab mir diese Fragen und Antworten bei den beiden o.g. CDU-Kandidaten mal angesehen und bin zu folgender Frage gekommen: Wird einem das als junger aufstrebender Politiker eigentlich in einem Wochenend-Seminar beigebracht immer nur schwammig und ausweichend zu antworten, dabei aber immer schön wichtig auszusehen?

Erklärung der Seitenbetreiber

13. August 2009 | Autor: Redaktion

Am Dienstag haben die Landtagskandidaten Gerhard Enser (CDU) und Dr.-Ing. Ralf von der Bank (CDU) das Voting-System des Beliebtheitsrankings nach eigener Aussage gemeinsam manipuliert. Ihr Ziel war es dabei offenbar, die Möglichkeit von Manipulationen vorzuführen. Herr Enser erreichte innerhalb nur eines Tages einen hohen Platz im Ranking. Doch anstatt eines entsprechenden Hinweises an die Redaktion, versahen beide die Profilseiten anderer Kandidaten und Parteien mit Kommentaren.

Wir haben am Mittwoch reagiert und umgehend schärfere Sicherungsmaßnahmen für das Voting-System eingebaut.

Herr Dr.-Ing. Ralf von der Bank hat uns gegenüber telefonisch verlangt, das Ranking umgehend abzuschalten und uns deutlich zu verstehen gegeben, anderenfalls auch die neuen Sicherungsmaßnahmen erneut zu umgehen, egal wie aufwändig es wäre. Sein und das Ziel von Herrn Enser sind es, das Ranking komplett abschalten zu lassen.

Wahlbotschafter ist eine Seite zur Information über Parteien, Kandidaten und Inhalte. Es soll die Wahlentscheidung über Instrumente wie Parteien- und Wahlkreis-Check vereinfachen. Das Ranking ist eine Form der spielerischen Interaktion, die als Umfrage auch in Presse und Rundfunk völlig selbstverständlich eingesetzt wird. Der Hinweis über der Funktion ist eindeutig: „Das Ranking ist natürlich keine repräsentative Umfrage oder gar eine vorgezogene Wahl. Sie zeigt nur, wer von den Nutzer/innen der Webseite die meisten Unterstützer-Stimmen bekommen hat. Richtig gewählt wird am 27. September und dann gilt es zwei Wahlkreuze zu machen – für einen Direktkandidaten und für eine Partei!“

Wir lassen uns von keiner politischen Kraft oder Person erpressen. Die Ankündigung der erneuten Manipulation sehen wir als Erpressung an. Wir werden diesem Versuch der Einflussnahme nicht nachgeben! Die Spielregeln auf der Webseite sind für alle Beteiligten die gleichen, von Drohungen lassen wir uns nicht beeinflussen.

Wir appellieren an die genannten Landtagskandidaten, diese Versuche der Beeinflussung umgehend einzustellen und ihrer gesellschaftlichen und moralischen Verantwortung als Kandidaten des Brandenburger Landtags gerecht zu werden.

Das Voting-System ist jetzt sehr viel strikter organisiert. Ab sofort kann nur noch eine Stimme für einen Kandidaten innerhalb von 24 Stunden abgegeben werden. Damit schließen wir leider viele fast völlig von der Teilnahme aus, was nicht unsere Intention war.

Ausgeschlossen werden durch das neue Verfahren teilweise höchstwahrscheinlich folgende Gruppen: Nutzer/innen von Internetcafés, Computerkabinetten in Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Unternehmen, Behörden und viele andere mehr. Wir bedauern das sehr, es ist nicht in unserem Interesse! Der Grund dafür wurde hiermit jetzt öffentlich gemacht, die Verantwortlichen klar benannt.

Jedes System ist grundsätzlich manipulierbar, dafür bedarf es keiner Belehrungen oder Vorführungen. Entscheidend ist, dass auch der Wille dazu aufgebracht werden muss. Wir beobachten die Entwicklung der Stimmenverteilung genau und entscheiden über mögliche Lockerungen der Restriktionen, mehr können und wollen wir an der Stelle nicht tun. Der Rest liegt in der Verantwortung der Nutzer/innen in der Bedienung der Webseite.

[Ergänzung: Wir werden die Erklärung zunächst nicht an die Presse geben, an einer Eskalation haben wir kein Interesse.]

(Quelle: Wahlbotschafter.de)

Advertisements