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Während es früh, auf der Fahrt zur Arbeit, ja meistens so abläuft, ist die Rückfahrt mit der Berliner S-Bahn vom Treptower Park bis Südkreuz meist entspannter. Aber eben nicht immer, wie ich am Dienstag feststellen konnte, denn seit dieser Woche fährt die S-Bahn mit einem Notfahrplan im laufenden Notfahrplan – also ein Notnotfahrplan – und dementsprechend chaotisch geht es mal wieder zu.

Also – clever wie ich bin – mache ich zehn Minuten früher Feierabend um die Bahn vor der Bahn abzufangen die ich sonst immer nehme. Doch wie ich auf den Bahnsteig komme, vernehme ich eine angenehme weibliche Stimme die mir über Lautsprecher ins Ohr säuselt, das die nächste Ringbahn ausfallen wird. Nun gut, dachte ich mir, ich hab ja vorgesorgt, sozusagen Zeitpolster angelegt, kann ich zehn Minuten auf die nächste warten. Und warte, und warte, und warte tatsächlich fast zwanzig Minuten (währenddessen die Anzeige immer wieder von zwei Minuten Wartezeit auf drei Minuten zurück sprang), womit schlagartig mein neues wie auch mein reguläres Zeitpolster aufgebraucht sind. Jetzt habe ich nur noch maximal fünf Minuten, um in Südkreuz aus der S-Bahn zu hechten, quer über das Gelände zu laufen, die Treppen zum Bahnsteig 5 (Fernverkehr) hinunter zu stolpern und dann meine Regionalbahn zu erwischen. So weit der Plan.

Natürlich sah die Realität etwas anders aus. An jeder der einzelnen vier Stationen zwischen Treptower Park und Südkreuz hielt der Zug länger als üblich und als ich am Ziel ankam hechtete ich zusammen mit zahlreichen anderen Pendlern zum Bahnsteig 5 um festzustellen, das der Regionalzug seit zwei Minuten planmäßig (normalerweise eher selten!) abgefahren ist. Zwei Minuten!

Da der Zug nur stündlich fährt schlug ich mir die Zeit um die Ohren, in dem ich eine Currywurst aß (was mir später wieder mein Magen sehr übel nahm), ein Bier trank (was mich müde machte) und noch etwas las. Zum Glück fuhr der nächste Zug ebenfalls planmäßig und hatte nicht nochmals Verspätung.

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