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Das Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts zum muslimischen Gebet an Schulen hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst.

Das Erzbistum Berlin und die evangelische Landeskirche begrüßten die Entscheidung. Sie stärke die Religionsfreiheit, erklärten Sprecher der beiden Kirchen.

Der Vorsitzende der Berliner Schulleiter-Vereinigung, Wolfgang Harnischfeger, kritisierte dagegen das Urteil. Es gebe in Berlin Schulen mit 90 Prozent Schülern mit islamischem Hintergrund, sagte er in der rbb-Abendschau. Wenn ihnen allen erlaubt würde, zu beten, wäre eine Trennung von Staat und Religion aufgehoben.

Die türkischstämmige Frauenrechtlerin Seyran Ates sagte der Abendschau, Religion gehöre in dieser Form nicht in die Schule. Die große Mehrheit der Muslime aus der Türkei sei säkular eingestellt und betrache Religion als Privatsache. Mit der Gerichtsentscheidung werde Unfrieden gestiftet und religiöse Auseinandersetzung in die Schulen getragen, so Ates.

Der schulpolitische Sprecher der Berliner Grünen, Özcan Mutlu, sieht die Neutralität des Staates gefährdet. Keine Religion dürfe ein Vorrecht auf Gebet bekommen. Der Berliner Landeselternausschuss forderte den Senat auf, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.

Das Berliner Verwaltungsgericht hatte am Dienstag einem 16-jährigen Schüler zugestanden, einmal täglich in der Unterrichtspause zu beten.

(Quelle: rbb online)

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