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magersucht6Die Frauenzeitschrift „Brigitte“ ändert radikal ihre Einstellung zu Models: Sie will auf Profi-Models verzichten und „normale“ Frauen für Modefotos engagieren. Das kündigte die Chefredaktion des Verlags heute in Hamburg an. „Brigitte“-Chefredakteur Andreas Lebert sagte zur Begründung: „Die gesamte Branche ist magersüchtig.“ Models würden heute 23 Prozent weniger wiegen als normale Frauen.

„Seit Jahren müssen wir die Mädchen mit Photoshop dicker machen, die Schenkel, das Dekolleté“, sagte Lebert. Das sei gestört und pervers. „Und was hat das noch mit unserer echten Leserin zu tun?“ Der Chefredakteur verwies auf das Problem der Glaubwürdigkeit: „Wir zeigen Mode an Insekten, und hinten im Heft sagen wir: Steh zu dir selbst, steh zu deinem Körper, die neuen Rezepte und so weiter.“

Lebert verwies auch auf seit die 20 Jahren sinkenden Auflagenzahlen von Frauenzeitschriften: „Das muss doch was mit unserem Umgang mit Mode und Beauty zu tun haben.“ Frauen wollen nach seiner Ansicht keine Kleiderständer mehr sein; dies würden Umfragen und Leserbriefe bestätigen.

Die Leserinnen des Blatts sind aufgerufen, sich künftig für Mode- und Kosmetikfotos zu bewerben. „Es werden Frauen gezeigt, die eine Identität haben, also die 18-jährige Abiturientin, die Vorstandsvorsitzende, die Musikerin, die Fußballerin“, erklärte Lebert. Bei den Fotostrecken im Blatt soll es einen Wechsel zwischen prominenten und vollkommen unbekannten Personen geben.

Zudem verwies der Chefredakteur darauf, dass die Entscheidung für Laien-Models keine Sparmaßnahme sei: „Wir werden vergleichbare Honorare zahlen wie bei den professionellen Models“. „Brigitte“ hat nach eigenen Angaben eine durchschnittliche Auflage von 719.025 verkauften Exemplaren und liegt damit an der Spitze im Markt. Sie erscheint zweimal monatlich.

(Quelle: tagesschau.de)

Ich sage: Richtig so. Und diese Entscheidung war schon mehr als überfällig und wird hoffentlich eine Signalwirkung für die ganze Branche haben.

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