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Anders als bisher gedacht wird die Alzheimersche Krankheit anscheinend nicht durch Protein-Ablagerungen im Gehirn ausgelöst. Wie der Psychiater George Bartzokis von der University of California in einem Interview in der neuen Ausgabe 11/09 von Technology Review (seit Donnerstag am Kiosk und online portokostenfrei bestellbar ) sagte, ist die Ursache für die Krankheit eher in der die Nervenfasern umgebenden Myelinschicht zu suchen. Demnach kann nahezu jeder mit der Einnahme von Fischtran und regelmäßigem Sport wirksam vorbeugen.

Ab dem Alter von 45 Jahren wird die isolierende Myelinschicht um die Nervenfasern im Gehirn nicht mehr schnell genug repariert, sie wird immer dünner. Das sei der Auslöser für den kognitiven Abbau, so Bartzokis: „Für das Reparieren wird zeitweilig die Nährstoffversorgung der betroffenen Synapsen – der Kontakt zwischen den Nervenzellen – unterbrochen. Wird nicht fertig repariert, verhungern die Verbindungen quasi und werden aufgelöst. Das schädigt auch die Nervenfasern, und dann gehen die Nervenzellen ein.“

Das Myelin-Modell erlaubt neue Therapieansätze: „Man müsste die Myelin-Reparatur verbessern, indem man etwa den Recyclingprozess von Cholesterin im Gehirn unterstützt“, erklärt George Bartzokis und nennt vorbeugende und leicht umzusetzende Maßnahmen: Fischtran einnehmen und Sport treiben. Im Fischtran sei eine Fettverbindung enthalten, die auch Bestandteil von Myelin ist. Und beim Sporttreiben produziere der Körper einen wirksamen Wachstumsfaktor für Myelin.

Die bisherige Alzheimer-Theorie, die in den Ablagerungen der sogenannten Amyloid- und Tau-Proteine die Ursache für Demenz sieht, setzte in der Therapie an der Beseitigung dieser Ablagerungen an. Nach dem Tod der Patienten zeigte sich zwar, dass die Ablagerungen verschwunden waren – nur hatte das nichts an der Demenz geändert.

(Quelle: Ben Schwan – heise online)

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