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[…]Im Prozess um die Tötung von Zwillingen im März in Biesenthal (Barnim) hat die Staatsanwaltschaft heute vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) sechs Jahre Haft für die angeklagte Mutter gefordert. Die 22-Jährige wollte sich ihre Lebensplanung nicht durch die Kinder verderben, sagte Staatsanwältin Anette Bagenda in ihrem Plädoyer. Die Mutter habe nach der Geburt des ersten Kindes den Vorsatz gefasst, dieses zu töten. Das zweite Kind tötete sie noch im Mutterleib. Die Angeklagte hatte zu Prozessbeginn in einer verlesenen Erklärung gestanden, dass sie ihre Kinder getötet hat. Laut Anklage soll die einstige Studentin ein Kind zu Hause geboren und erstickt, das zweite Kind noch im Mutterleib durch Drücken auf den Bauch getötet haben. Das erste Kind hatte laut einem Gutachter nach der Geburt gelebt. Das tote Baby holten Ärzte per Kaiserschnitt.[MAZ Online]

Diesen Artikel musste ich mehrmals lesen und so richtig glauben kann ich es immer noch nicht. Zum Einen: Diese Frau hat ihre beiden Kinder vorsätzlich und mit äußerster Brutalität (der Schädel des noch Ungeborenen war zertrümmert) ermordet und soll nur mit 6 Jahren Haft „bestraft“ werden? Und zum Anderen: Die Staatsanwaltschaft, also die Klägerin, führt als Begründung an, die Kinder hätten ihre Lebensplanung verdorben? Wieso das als Begründung und wieso von der Staatsanwaltschaft und nicht von der Verteidigung?

Im Übrigen hatte ich vorgestern auf RBB gesehen und gehört, das die Angeklagte nicht mehr in Untersuchungshaft sitzt, sondern auf freiem Fuß ist und sogar einer Bürotätigkeit nachgeht. Ist das normal in Deutschland?

UPDATE: Das Urteil steht fest.

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