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Auf ausdrücklichen Wunsch einer einzelnen Person und weil ich es gern in die Welt hinaus posaune – hier mein traditionelles Essen, wie es in unserer Familie seit Jahrzehnten zu Heiligabend genossen wird:

Normalerweise ist im Berliner Raum die Bockwurst mit Kartoffelsalat zu Heiligabend sehr verbreitet. Meine Oma, ein Flüchtling aus Schlesien, brachte jedoch eine wesentlich deftigere Variante mit. Ich vermute, dass es das typische Arme-Leute-Essen der schlesischen Weber und Waldbauern zur Weihnachtszeit gewesen ist, da sie sich schwerlich einen Gänsebraten hätten leisten können, auf ein deftiges Mahl jedoch nicht verzichten wollten.

Gemacht ist es schnell. Ein paar Knacker oder Brühpolnische kochen, dazu etwas Sauerkraut aufwärmen und dieses mit brauner Butter verfeinern. Wem die kräftige (und fette) Knacker nicht reicht, der kann auch noch etwas angebratenen Bauchspeck (in kleine Würfel geschnitten) ins Sauerkraut machen. Als Nachtisch leicht (!!!) gekühlten Kräuterlikör zur Verfügung stellen.

Zu den Begriffen:

Die Brühpolnische wird auch Rote, Prager, Rote Wurst oder einfach Bockwurst genannt. Für Brühpolnische braucht man grob entfettetes Schweine- und Rindfleisch, Schweinefleisch mit viel Fettgewebe und Speck. Häufig werden Pfeffer, Majoran, Knoblauchpulver, Muskatnuss und Senfkörner verwendet, aber auch Kümmel oder Paprika sind üblich.

Brühpolnische haben üblicherweise eine Größe von 20 cm. Markant für die Brühpolnische ist die rauchige Note, deshalb verbleibt sie etwa eine Stunde im warmen Räucherofen. Schlussendlich wird sie für 30 Minuten bei 75 Grad gebrüht und erhält somit ihr typisch rotes Aussehen.

Unter Knacker wird in Nord- und Ostdeutschland eine dünne, leicht geräucherte und getrocknete Rohwurst aus kräftig gewürztem Schweinemett verstanden. Sie wird kalt oder heiß, auch als Einlage von deftigen Eintöpfen verzehrt. Diese Knackwürste verlieren bei der Herstellung etwa zehn Prozent ihres Gewichts und sind mehrere Wochen haltbar.

Braune Butter ist schnell gemacht. Butter in der Pfanne zerlaufen und leicht anwärmen (Vorsicht: Nicht anbrennen lassen!), dann etwas Semmelbrösel/Semmelmehl/grobes Paniermehl dazutun und leicht anbräunen lassen. Die Brösel dürfen nicht zu hell, aber auch nicht verbrannt sein, sons versauen sie den ganzen Geschmack des Sauerkrauts.

Und was gibt es bei euch traditionell zum Weihnachtsvorabend?

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