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Ja, und das hat er vom Ringelnitz, der ihm das an den Kopp geknallt hat.

[…] Minsch, wat sühst du schedderig ut! Wer aus den Sommerferien keine gesunde Gesichtsfarbe mitgebracht hat, muss sich fragen lassen, ob er sich überhaupt richtig erholt hat. Dabei drückt schedderig ganz allgemein ein negatives Empfinden aus, zumeist festgemacht am äußeren Erscheinungsbild, wie in: De Blomen seht al en beten schedderig ut.

Das zu schedderig gehörige Hauptwort lautet Schedder. Es bedeutet „Durchfall“ und gehört zu schieten. Eine direkte Übersetzung müsste „schisserig“ lauten. Das Besondere besteht in der Bedeutungserweiterung, die scheddern erfahren hat. Der ursprüngliche Kern „vom Durchfall besudelt“ hat sich zunächst auf „schmutzig“ erweitert, von da auf „minderwertig“ und weiter auf das Unwohlsein bei Mensch und Tier.

Schließlich kann schedderig ganz allgemein für „unangenehm“ stehen: Wat sünd dat för schedderige Tieden. Wie weit sich schedderig bereits von seiner Ausgangsbedeutung entfernt hat, zeigt der Satz: Wat hett he blots för schietige un schedderige Plünnen an. Hier zielt schedderig klar auf „abgetragen“, während schietig auf den schmutzigen Zustand abhebt.

Übrigens: Etwas Abseits in diesem Bedeutungsgefüge steht die Verwendung von schedderig im Zusammenhang mit „lachen“. Aber schließlich kann man auch im Hochdeutschen „schmutzig lachen“, so dass es auf Platt trefflich heißt: Lach man nich so schedderig as en ool Waschwief! [Reinhard Goltz]

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