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[…] Der II. Weltkongress der Komintern, vom 19. Juli bis 7. August 1920, legte die Organisationsstruktur der Vereinigung fest und zementierte insbesondere die dominierende Rolle der Bolschewiki, der späteren Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU). Lenins Organisations- und Führungsprinzip, der sogenannte demokratische Zentralismus, wurde als verbindlich auf die Komintern übertragen. Im Ergebnis mussten die einzelnen kommunistischen Mitgliedsparteien ihre Eigenständigkeit aufgeben. Diese KP hatten sich in den folgenden Jahren ausschließlich als territoriale Gliederungen, als nationale Sektionen, der Komintern zu verstehen.

Als formal oberstes Organ der Komintern wurde der Weltkongress festgelegt, der jährlich zusammentreten sollte. In der Praxis geschah dies in den 24 Jahren, in denen die Komintern bestand, jedoch nur siebenmal, jeweils in Moskau. Die eigentliche Machtzentrale bildete stattdessen das in Moskau eingerichtete Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale (EKKI), welches von Mitgliedern der KPdSU dominiert wurde. Das EKKI, mit einem Präsidium an der Spitze, hatte als leitendes Organ zwischen den Weltkongressen das Recht, in die inneren Angelegenheiten jeder Mitgliedspartei einzugreifen.

Ohne Diskussion beschloss der Kongress Lenins 21 Leitsätze über die Bedingungen der Aufnahme in die Kommunistische Internationale, welche die Mitarbeit „zentristischer“ Parteien verhindern sollten. Gemeint waren damit diejenigen, die zwischen reformerischer und revolutionärer Politik schwankten. In der Folge spaltete sich beispielsweise die deutsche USPD, wobei nur der linksrevolutionäre Flügel Mitglied der Komintern wurde. Vergleichbares passierte auch innerhalb der italienischen und französischen Sozialisten. Im ersten Punkt der 21 Bedingungen wurde gefordert, „Die Reformisten aller Schattierungen systematisch und unbarmherzig zu brandmarken“. In Punkt zwei wird dann die planmäßige Entfernung aller „Reformisten und Zentrumsleute“ aus allen Organisationen angeordnet, die sich der Komintern anschließen wollen. „Die Kommunistische Internationale fordert unbedingt und ultimativ die Durchführung dieses Bruchs in kürzester Frist“. In den Bedingungen wird außerdem verlangt, Presse- Parlaments- und Gewerkschaftsarbeit fest unter die Beschlüsse der Parteileitung – sprich: des EKKI – zu stellen. Alle Sektionen wurden verpflichtet, „einen parallelen Organisationsapparat zu schaffen, der im entscheidenden Moment der Partei behilflich sein wird, ihre Pflicht gegenüber der Revolution zu erfüllen“. Faktisch war dies die Forderung nach dem Aufbau einer Untergrundorganisation. [Wikipedia]

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