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… finde ich die Sammelleidenschaft der Frau, die in folgendem Artikel der MAZ beschrieben wird. Ich habe nichts gegen das Sammeln an sich – im Gegenteil, ich sammle ja auch – aber als ich mir den Artikel und die darin enthaltenen Äußerungen der Frau durchlas, ist mir schon etwas merkwürdig geworden. 500 Puppen mit denen nicht gespielt werden darf, die ein komplettes Obergeschoss einnahmen – okay. Aber das sie am liebsten Puppen in Lebensgröße (!) sammelt, ihnen Namen gibt und sie an- und auskleidet, das ist doch krank! Also wirklich! Für diejenigen, die das Thema noch weiter interessiert, den möchte ich bitten, mal hier bei Polylog zu schauen. Dort gehts es um Männer, die mit lebensgroßen, täuschend echt aussehenden Puppen leben, und nicht mehr ohne sie leben können.

[…] Das gesamte Obergeschoss gehört ihren Puppen. Angelika Bertuch aus Trebbin weiß nicht genau, wie viele Exemplare sie besitzt. Sie schätzt deren Zahl auf rund 500 Stück. Sie wird aber auf jeden Fall weiter sammeln, denn Puppen sind ihre große Leidenschaft.

Angefangen hatte alles vor acht Jahren, als sie ihre Tante im bayerischen Ansbach besuchte. Dort traf sie ihre Cousine, deren Tochter Puppen sammelt. „Ich fand das so toll und beschloss, mir ebenfalls welche anzuschaffen“, erzählt die Trebbinerin.

Am liebsten mag sie Kinderpuppen in Lebensgröße. Die meisten sind zwischen 98 und 110 Zentimetern groß, wobei auch einige kleinere Exemplare darunter sind. Die kleinste Puppe misst 15 Zentimeter.

Als ihr Sohn vor kurzem zu seiner Freundin nach Bayern zog, überlegte sie nicht lange, was aus seinem alten Zimmer werden soll. Es wurde wie schon der benachbarte Raum zum Puppendomizil. Wenn ihr Sohn jetzt hin und wieder nach Hause kommt, räumt sie ihre Lieblinge von der Couch, sodass genügend Platz zum Schlafen bleibt.

Wenn sie zum Geburtstag oder zu Weihnachten gefragt wird, was sie sich wünscht, dann lautet die Antwort: Puppen. „Wenn man erst einmal damit angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören“, sagt die zweifache Mutter und Großmutter. Angelika Bertuch sammelt nicht nur Puppen, sondern kleidet sie auch immer wieder neu ein. Momentan tragen ihre Lieblinge Sommergarderobe. Sobald es kälter wird, bekommen sie warme Kleidung. Jede Puppe hat einen Namen und ein Zertifikat. In diesem steht, in welcher Puppenmanufaktur die Figur hergestellt wurde und von wem.

„Wenn ich mal schlechte Laune habe, gehe ich in eins der beiden Puppenzimmer. Wenn ich die niedlichen Gesichter sehe, geht es mir sofort besser“, sagt die Trebbinerin, die Puppen aus Porzellan nicht mag, sondern Vinyl bevorzugt. Bea, Emelie, Charly, Lilien, Karlotta und wie sie alle heißen, sitzen jeden Tag brav in Puppenwagen, auf Stühlen oder Schaukelpferden oder sie liegen in Puppenwagen.

Lebensgefährte Michael Koch hat sich längst an die Sammelleidenschaft seiner Freundin gewöhnt. Er hat auch schon eine Wiege gebaut und Lampen oder Bilder angebracht, denn schließlich soll in den Puppenzimmern alles passen.

Auch die Postfrau weiß inzwischen von Angelika Bertuchs Hobby. Angesichts der großen Pakete ließ sich das nicht lange geheim halten. Die Puppen werden im Internet bestellt und die Postfrau bringt sie dann ins Haus. Nur selten trennt sich Angelika Bertuch mal von einem ihrer Lieblinge. Und auch nur, um sich von dem Geld eine andere auszusuchen.

„Momentan ist es schwierig, lebensgroße Puppen zu finden“, berichtet Angelika Bertuch. Deshalb hütet sie ihre Sammlung auch besonders gut. Zum Bedauern der beiden Enkel Emily und Nick darf mit den Puppen nicht gespielt werden. Die achtjährige Emily weiß aber stets Bescheid, welches Exemplar Oma gerade neu reinbekommen hat. 80 Prozent der Puppen sind Mädchen. „Eigentlich schade, denn die Jungen sind genau so süß“, sagt die Puppenmutter und zeigt auf den kleinen Charly – ein Vinyl-Baby, das kaum von einem menschlichen Wesen zu unterscheiden ist.

„Ich habe eigentlich schon immer gesammelt. Früher waren es Aschenbecher, dann Elefanten und jetzt Puppen“, sagt sie. Zu letztgenannten gehören auch eine Oma und ein Opa. „Die hatte ich fast als erste. Und die vielen Kinder sind alles ihre Enkel. Es ist wie eine große Familie“, sagt Angelika Bertuch. (Von Margrit Hahn) [MAZ Online]

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