Schlagwörter

, , , , , ,

[…] Die Badewanne als Kraftwerk: Mit dieser Idee will der Schweizer Tüftler Raimund Günster künftig Energie gewinnen. Er baut Staubecken, die am Boden leicht versetzt angebrachte Abflüsse haben. Asymmetrie ist wichtig. Wenn nämlich Wasser durchs Rohr gurgelt und dabei unterschiedlich viel vom nassen Element aus verschiedenen Seiten aus der Wanne drängt, erzeugt das Wasser einen Wirbel. Das Prinzip ist Günsters Geheimnis. Daher hat er am Abfluss seines Badewannen-Kraftwerks lange gefeilt. Der Abfluss kann sich frei drehen und der Tüftler baute kleine Widerstände ein. Wie bei einem Schaufelrad treibt so das durchströmende Wasser das ganze Abflussrohr wie einen Kreisel an – und macht das Abflussrohr zum Dynamo. „Physik auf dem Niveau der fünften Klasse“, kommentierte dieses simple Prinzip daher auch eine Zeitung die genial einfache Idee des Schweizer Konstrukteurs.

Günster ficht das nicht an. Inzwischen laufen schon zwei Versuchsanlagen in Österreich und in seiner Heimat. Bei einer Fallhöhe von nur 1,4 Metern liefern die rund 5,5 Meter breiten Wasserbecken genug Strom für zwanzig Haushalte: rund 80.000 Kilowattstunden pro Jahr.

Im schweizerischen Schöftland soll daher jetzt die erste kommerzielle Anlage gebaut werden. Sie wird, so die Planung, einmal rund 100.000 Kilowattstunden im Jahr erzeugen und gut 25 Haushalte beliefern können. Die Eidgenossen gründeten schon eine Genossenschaft. Sie will 30 solcher Minikraftwerke installieren und ab 2015 Strom ins Schweizer Netz einspeisen. [Globalo, Heft 12]

Advertisements