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[Als 1000. Artikel erscheint nachfolgend ein Gastbeitrag vom hochgeschätzten ringelnitz. Bekannt für seinen derben Humor und sein gutes Herz für seine Mitmenschen.]

Als Herr Teddy eines Fischhandels wegen einstmals ins Borschmannsecksche zog, sah er vor Ekmanns Gasthof die alte Frau von Opa Gurke, die Eisspezialitäten feilbot. Teddy grüßte das Weib gar freundlich, welches ihm dies noch freundlicher dankte.

Da er wusste, dass sowohl Manns- als auch Weibsleut im Borschmannseckschen heftig schelten und fluchen und auch ordentlich austeilen können, fragte er die alte Mutter, ob sie wohl auch fluchen könne. Sie antwortet: „O nein, mein lieber Teddy-Sohn, wo sollte ich das Fluchen gelernt haben? Fluchen sei fern von mir! Ich kann keinen Menschen leiden, der flucht.“

Teddy sprach zu seinem Mitgesellen Faxian Trauerklos: „Das wollen wir einmal ausprobieren!“, und zu dem Weib sagte er: „Von vielen Leuten in Dorschborn habe ich gehört, liebe Mutter, dass ihr eine olle Quarktasche und eine lose, trockengefallene, alte Gassenhure seid.“

Da fing das Weib an, so gräulich zu schelten und zu fluchen, dass der Gasthof wackelte. Die furiose Alte beschimpfte Herrn Teddy als bösen Schelm und Dieb und wünschte ihm mehr als zwanzig Tonnen voll Eierlikör und Dorschleberwrust in den Leib. Dazu prügelte sie ihn mit ihrem Gehstock auf’s Haupt und stopfte ihm wieder und wieder ihr gefürchtetes Zwiebeleis in den frechen Schlund.

Teddy aber würgte und kotzte, dass es eine Pracht war und stammelte endlich: „Seht nur, seht nur, liebe Mutter, habe ich euch doch gefragt, ob ihr fluchen könnt, worauf ihr mir geantwortet habt, dass ihr keinen Fluch kennt. Wo habt ihr das Fluchen denn jetzt so schnell gelernt? Hätte ich das gewusst, ich hätte wohl geschwiegen.“

Die Alte aber schrie: „Verpiss Dich, sonst hol ich den Opa Gurke. Dann weißt Du aber nicht mehr, ob Du Herr Teddy oder Frau Teddy bist, glaubss das, Rübennase?“ Und je mehr Teddy versuchte, das Weib zu versöhnen, desto ärger fluchte es und verwünschte Teddy, so dass er sich nichts sehnlicher wünschte, als zu Hause hinter seinem Briefschlitz zu sein. Von Zwiebeleisverkäuferinnen war er aber für immerdar kuriert.

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