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Bereits vor einigen Monaten hatte mich die Rezitante auf das Online-Projekt Blogg dein Buch! aufmerksam gemacht und neugierig wie ich bin meldete ich mich dort an. Es geht darum Bücher, welche dort von den Verlagen angeboten werden zu rezensieren. Dafür kann man das Buch, welches man vorher kostenlos zugesandt bekommt, behalten. Leider waren beim ersten Stöbern keine für mich interessanten Bücher vorhanden bzw waren diese an keiner Aktion beteiligt. Doch nun endlich war ich fündig geworden. Das Cover von Adam Gidwitz’s „Eine dunkle & Grimmige Geschichte“, erschienen im Verlag arsEdition München, sah sehr interessant und vor allem so wunderbar märchenhaft aus. Versprochen wurde eine Neuinterpretation einige Grimm’scher Märchen, vor allem von „Hänsel und Gretel“. Auch im Buchinnern setzen sich die düsteren Scherenschnitt-Grafiken fort und untermalen die Handlung. Leider bin ich mir auch nach dem Lesen des Buches noch immer nicht sicher für wen das Buch geschrieben wurde: für Kinder, für kindgeblieben Erwachsene?

Das Buch beginnt mit dem Märchen vom treuen Johannes, welches ich leider noch nicht mal im Original kannte, was aber nicht zwingend sein muss, um der Handlung folgen zu können. Als störend empfand ich die häufigen Einsprenksel des Autoren, der hier als allwissender Erzähler immer wieder die Handlung unterbricht, um durch Hinweise, dass die Geschichte jetzt gleich noch blutiger/gruseliger/ekliger wird und die kleineren Kinder nun ins Bett gehen sollten, versucht Spannung aufzubauen. Leider wird dadurch die emotionale Bindung zu den Hauptfiguren gestört, auch erinnerte mich die Erzählweise stark an „Lemony Snicket“.

Der allwissende Erzähler nimmt sich bei den weiteren Kapiteln/Märchen „Hänsel und Gretel“, „Die sieben Schwalben“ (besser bekannt als „Die sieben Raben“), „Bruder und Schwester“ stetig weiter zurück und die Handlung gewinnt nun an Fahrt und die Geschichte wird immer lesenswerter. Richtig gut wird es dann mit „Ein Lächeln rot wie Blut“ (im Original „Der Räuberhauptmann“) und „Die drei goldenen Haare“. Hier gelingt es dem Autor erstmalig mich als erwachsenden und Horror-gewohnten Leser zu fesseln und in eine sehr gruselige und stimmige Atmosphäre zu ziehen. Auch entwickelt sich nun endlich auch so etwas wie Sympathie für die Protagonisten, zumindest für Gretel.

Die letzten drei Kapitel behandeln die Heimkehr von Hänsel und Gretel nach ihrer Odyssee durch die Märchenwelt und ihrem Kampf gegen den Drachen. Ein guter Abschluss für diese dunkle und grimmige Geschichte. Positiv hervorheben möchte ich auch, neben den sehr schönen Illustrationen (hätten ruhig mehr sein können) die Größe der Schrift und die Verarbeitung von Papier und Umschlag. Auch konnte ich keinen Rechtschreibfehler entdecken – was heutzutage leider nicht immer selbstverständlich ist.

Hier gehts zur Buchbestellung direkt beim Verlag.

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