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Ich hatte mich auf das neue Buch von Michael Winterhoff – „Lasst Kinder wieder Kinder sein. Oder: Die Rückkehr zur Intuition“ – gefreut, da mich das Thema sehr interessiert. Gelesen hatte ich vom Autoren, einem Kinderpsychologen, bis dato noch nichts. Und werde ich auch nicht mehr. Schuster bleib bei deinen Leisten! Denn wissenschaftlich und analytisch schreiben kann er leider nicht. Um es auf einen Nenner zu bringen: Das Buch war die Mühe und die Zeit nicht wert gelesen zu werden. Meine erste Enttäuschung also bei Blog dein Buch.

In seinem neuen Buch wendet sich der erfahrene Kinder- und Jugendpsychiater und Bestsellerautor Michael Winterhoff den Erwachsenen zu und fragt, warum es für immer mehr Erwachsene nicht mehr möglich ist, eine angemessene, von unbewussten Belastungen freie Beziehung zu anderen Menschen – und damit auch zu (ihren) Kindern – aufzubauen.

Für Winterhoff liegt das Kernproblem darin, dass der Mensch seine innere Ruhe verloren hat. Die allgegenwärtige Penetration mit Negativnachrichten – verbunden mit einer vielfachen persönlichen Überforderung durch gesellschaftliche und technische Entwicklungen sowie einer Destabilisierung der eigenen Lebensverhältnisse – erzeugt eine Art Massentraumatisierung: Der Mensch wird rastlos, handelt nicht mehr ruhig und zielgerichtet, findet keinen Weg mehr aus dem sich ständig beschleunigenden Hamsterrad. Psychisch defizitäre, auf Dauer gehetzte Menschen aber werden die Grundpfeiler unseres Zusammenlebens nicht mehr tragen können. Dabei zerstört Winterhoff zwar das Trugbild einer grenzenlosen Freiheit, in der wir uns heute wähnen, weist aber auch Wege aus dem Dilemma auf.

Aus seiner Analyse heraus entwickelt er Alternativen, die eine Rückkehr zum intuitiven Verhalten ermöglichen – auch und vor allem gegenüber unseren Kindern, damit Kinder endlich wieder Kinder sein dürfen.

Und das stimmt einfach nicht, denn analytisch ist das Buch überhaupt nicht und Alternativen wie man zu einem ausgeglichenen Selbst findet sucht man vergeblich. Und zum Titel – nochmal zur Erinnerung, es geht um den Umgang mit Kindern -, der hat leider überhaupt nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun. Ganze geschätzte zehn Seiten des dünnen Büchleins (nicht mal 200 Seiten) beschäftigen sich wirklich mit Kindern. Hinzu kommen nervige Beispiele aus dem angeblichen Alltag des Autoren und ständige Wiederholungen. Nur weil man etwas ständig wiederholt muss es noch lange nicht stimmen. Größtenteils kam es mir so vor, als würde ich eine gestreckte Diplomarbeit lesen, so ist auch übrigens der Schreibstil. Eine wissenschaftliche Arbeit sieht anders aus. Aber nun gut, nicht jeder Psychologe kann schreiben.

Gibt es etwas Positives? Nun ja, vielleicht sollte man Michael Winterhoff zu Gute halten, dass er ein wichtiges Thema anspricht. Das der zwanglose Umgang mit Kindern wirklich in den letzten Jahren (Jahrzehnten) teilweise schizophrene Züge angenommen hat. Stichwort: Helikopter-Eltern. Also Eltern, die in Sorge um das Wohl ihres Kindes dieses ständig beaufsichtigen und sämtliche reale und vermeindliche Gefahren aus dem Weg räumen. Und dabei leider vergessen, dass Kinder nur durch selbst gesammelte Erfahrungen später zu sozialen und reifen Erwachsenen werden können. Hier ist der Ansatz richtig, dass sich Eltern einen Ruhepol suchen müssen, um selbst ausgeglichen und gelassen mit den Problemen unserer Zeit umgehen zu können. Und somit ein Vorbild für das Kind sind.

Wer das Buch trotzdem oder gerade deshalb mal lesen möchte, bitte bei mir melden. Gegen 1,80 Euro Versandkosten vershcicke ich gerne mein Rezensionsexemplar. Weitere und interessantere Bücher gibts beim Gütersloher Verlagshaus (gehört zur Random Gruppe).

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