Schlagwörter

, , , , ,

Tja, drei Wochen sind rum und was soll ich groß sagen – bis jetzt bin ich rauchfrei. Was heißt „bis jetzt“? Das soll natürlich nicht bedeuten, dass ich wieder anfangen werde. 🙂

Der körperliche Entzug dauerte nur einige Tage, nicht zuletzt auch wegen der Tabletten verlief der Entzug relativ problemlos. Ein paar Tage hatte ich Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt. Ich denke, der Stoffwechsel hat sich umgestellt. Auch etwas Symptomschmerz (Symptom deshalb, da von der Ärztin gecheckt) im Brust-/Lungenbereich hatte ich, zum Glück nicht lange. Von das Schönste ist: die ersten körperlichen Beschwerden, die ich vor dem Entzug noch hatte, sind verschwunden. So gibt es jetzt keine Taubheitsgefühle in den Armen und Beinen mehr, wahrscheinlich weil das Blut jetzt mehr Sauerstoff transportiert. Und vor allem ist diese Kurzatmigkeit, die bei jeder kleinen Anstrengung (wie zum Beispiel Treppen steigen) auftrat, verschwunden.

Mein Gewicht ist bis jetzt ebenfalls konstant geblieben. Das war ja bei den letzten beiden längeren Rauchpausen nicht der Fall. Da hatte ich jedesmal knapp 10 Kilo zugenommen. Diesmal stopfe ich aber auch nicht pausenlos die falschen Sachen (Schokolade, Bier, Chips, Fleisch etc) in mich rein. Tagsüber auf Arbeit gibt es viel Tee und Wasser (manchmal mit etwas Sirup um einen anderen Geschmack zu bekommen), 2 Äpfel aus dem eigenen Garten oder vergleichbares Obst und für zwischendurch Erdnüsse (ohne Salz, die welche man aus der Schale pellen muss). Der Geschmack ist wirklich wichtig. Zum einen hat man das Bedürfnis unbedingt etwas im Mund haben zu müssen, da hilft aber ganz gut ein Stück Obst, ne Erdnuss oder einfach ein Glas Wasser. Zum anderen hat man aber auch ein dringendes Bedürfnis einen intensiven Geschmack schmecken zu müssen, also was salziges, was süsses und so weiter. Da muss man irgendwie versuchen einen Mittelweg zwischen Essen und Gesundheit zu finden.

Mental sieht es allerdings nach harter Arbeit aus. Die ersten Tage war ich noch gut euphorisiert, dann mit dem körperlichen Entzug beschäftigt, seit gut einer Woche meldet sich aber das kleine Teufelchen und verlangt nach einer Zigarette. Hauptsächlich in bestimmten, während der Raucherkarriere stark ritualisierten Situationen. Also Feierabendbierchen, frühmorgens nach dem Aufstehen, in der Pause mit den Kollegen und so weiter. Da hilft leider nur zum einen den Situationen so weit möglich aus dem Weg zu gehen (ich trinke zum Beispiel kein Feierabendbier mehr, mache keine „Draußen“-Pause mehr etc), da man das aber nicht immer und nicht ewig kann, heißt es irgendwann sich den Situationen zu stellen. Dann braucht man einen starken Willen (sich die negativen Folgen des Rauchens vor Augen führen etc) und man muss die Rituale, die man über Jahre antrainiert hat, wieder abtrainieren.

Advertisements